Kinderarmut: Warum sie unsere Demokratie bedroht
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Rund drei Millionen Kinder und Jugendlich gelten in Deutschland als armutsgefährdet.
Rund drei Millionen Kinder und Jugendliche gelten in Deutschland als armutsgefährdet. Das bedeutet für sie nicht nur weniger Geld. Es bedeutet oft auch schlechtere Ernährung, mehr körperliche und psychische Erkrankungen, weniger soziale Teilhabe und Freizeitangebote, mehr Ausgrenzung. Schlechtere Kleidung, die Nichtteilnahme an Klassenfahrten, fehlende Vereinsmitgliedschaften machen diese Ausgrenzung für alle sichtbar.
Warum Deutschland Kinder mit guten Bildungschancen braucht
Kinderarmut bedeutet darüber hinaus häufig schlechtere Bildung und damit schlechtere Berufschancen. Und das ist nicht nur für die Betroffenen tragisch, sondern für das ganze Land. Denn das rohstoffarme Deutschland ist ganz besonders darauf angewiesen, das Bildungspotenzial seiner jungen Menschen optimal zu entwickeln. Erst recht angesichts sinkender Geburtenraten und einer alternden Gesellschaft.
Schon jetzt sind die Folgen eines zunehmenden Fachkräftemangels zu spüren. In der Wirtschaft sind geringeres Wachstum, niedrigere Produktivität und sinkende Wettbewerbsfähigkeit die Folgen.
Wenn Kinder mit geringer Bildung später in schlecht bezahlten Jobs oder in der Arbeitslosigkeit landen, führt das zudem zu geringeren Steuereinnahmen und zu Finanzproblemen in den sozialen Sicherungssystemen. Zugleich steigen durch die mit Armut verbundenen Probleme die Ausgaben im Sozial- und Gesundheitsbereich.
Gefahr für die Demokratie: Wie die AfD von Kinderarmut profitiert
Angesichts eines historischen Höchststandes bei der Zustimmung für die rechtsextreme und demokratiefeindliche AfD sollte darüber hinaus bedacht werden: Kinderarmut ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, sie ist ein Problem für unsere Demokratie. Wenn in Armut groß wird, empfindet verständlicherweise Frustration und Wut. Er hat oft nur noch ein geringes Vertrauen in unseren Staat und unsere Gesellschaft. Daraus resultiert eine leichtere Anfälligkeit für so genannte Protestparteien und ihre gefährlichen Parolen.
Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, das Problem der Armut von Kindern und Jugendlichen gezielt und entschlossen anzugehen. Dazu gehört eine bessere Förderung kleiner Kinder in den Kitas, kostenfreie Bildungs- und Freizeitangebote für Betroffene und eine stärkere Unterstützung von Alleinerziehenden, die besonders mit der Armutsgefährdung ihrer Kinder zu kämpfen haben.
Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag auf konkrete Vorhaben zur Bekämpfung von Kinderarmut verständigt: So soll der monatliche Betrag aus dem Bildungs- und Teilhabepaket um 25 Prozent steigen, bei Wohngeld und Kinderzuschlag soll es weniger Bürokratie geben, Alleinerziehende sollen entlastet werden.
Kampf gegen Kinderarmut: Weshalb die Kindergrundsicherung kommen muss
Das alles ist gut, aber es ist nicht gut genug, um Kinderarmut effektiv und dauerhaft zu bekämpfen. Es reicht nicht aus, nur die Symptome des Problems abzumildern. Seit Jahren fordern Sozialverbände und Kinderrechtsorganisationen deshalb eine grundlegende Reform durch ein Kindergrundsicherung, die die Leistungen des Staates bündeln und verbessern soll. Die Ampel wollte sie, konnte sie aber nicht mehr umsetzen. Die Union blockiert das Vorhaben, so dass es nicht mal Aufnahme in den schwarz-roten Koalitionsvertrag fand.
Studien zeigen: Je früher in Kinder investiert wird, je früher interveniert wird, um Kinderarmut zu bekämpfen, umso effektiver für die Betroffenen und letztlich umso preiswerter für den Staat. Die Politik sollte daher nicht länger wegschauen, sondern das Problem entschieden angehen. Es zu ignorieren, dafür hat Deutschland keine Zeit und auch bald kein Geld mehr.
Deutschland ist weiterhin die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt. (Jedenfalls die viertstärkste.)
Und in Europa die stärkste Wirtschaftsmacht.
Die Kinderarmut ist ein riesiger Skandal und absolut Demokratie gefährdend.
Wer Unsummen für herbeischwadronierte Kriegstüchtigkeit vergeudet, dem fehlen die unverzichtbaren Mittel für soziale und ökologische Gerechtigkeit!
Wer die exorbitante Einkommens- und Vermögensungleichheit in diesem unseren reichen Deutschland sehenden Auges weiter eskalieren lässt und nicht entscheidend zurückführt, riskiert einen extremen Riss bzw. Bruch in der Gesellschaft.
Solidarität ist gefordert - keine unerbittliche Konkurrenz!
übersehen dabei aber offensichtlich, dass das Kindergeld in seiner Höhe völlig unzureichend ist. Daher muss nun die Erhöhung ins Auge gefasst werden. In einer ersten Stufe müssen mindestens 50 € mtl. draufgesattelt werden