Meinung

Warum Russlands Fake News so gefährlich für Deutschlands Demokratie sind

14. August 2026 12:15:16
Moskau versucht mit einer Fake-News-Kampagne zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt demokratische Parteien zu verleumden und so die AfD zu stärken. Das zeigt einmal mehr, wie bedroht unsere Demokratie ist – von innen und von außen.
Eine Tastatur auf der "Fake News" steht. Der Hintergrund ist eine russische Flagge.

Auch vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kursieren wieder Falschinformationen im Netz, die Urheber dürften dem Kreml mindestens nahestehen.

Dass Russland seit Jahren einen hybriden Krieg gegen Deutschland führt, dafür gibt es immer wieder neue Belege: Zuletzt etwa der Drohnenangriff auf ein ukrainisches Transportflugzeug auf dem Leipziger Flughafen, den die US-Geheimdienste eindeutig Russland zuordnen. Er hat die Bundesregierung aufgeschreckt, weil er eine weitere Eskalation der hybriden Kriegsführung des Kreml gegen Deutschland markiert.

Eine besondere Rolle in diesem Krieg Putins gegen den Westen spielen jedoch auch Fake News, also Falschnachrichten. Sie können zum Beispiel mit Künstlicher Intelligenz (KI) so täuschend echt produziert werden, dass sie von Laien kaum noch als Fälschungen zu erkennen sind. Während Putins Drohnen die innere Sicherheit Deutschlands attackieren, greift er mit seinen Fake News unsere Demokratie an.

Verleumdungskampagne vor den Landtagswahlen

Ein aktuelles Beispiel: Die russische Verleumdungskampagne gegen demokratische Politiker in Sachsen-Anhalt, kurz vor den Landtagswahlen am 6. September. Da wird etwa in Videos behauptet, eine Kandidatin hätte alte Menschen ermordet, um in den Besitz ihrer Immobilien zu gelangen. Ein anderer Kandidat wird verleumdet, er habe Minderjährige zu Sexpartys mit Drogen verführt. Es handelt sich um Falschmeldungen, sie sind völlig frei erfunden.

Das Perfide dieser Lügenpropaganda ist nicht nur ihr Inhalt, sondern auch ihre Machart. Die Videos zur Sachsen-Anhalt-Wahl sind mit KI nicht nur täuschend echt produziert, sie zeigen das Logo deutscher Qualitätsmedien wie der Süddeutscher Zeitung, der Zeit oder von Spiegel TV. So soll die Verleumdung als Ergebnis seriöser journalistischer Berichterstattung getarnt werden.

Fake-News-Kampagne in Sachsen-Anhalt: AfD und BSW profitieren

Auffällig bei den Videos zur Sachsen-Anhalt-Wahl: Betroffen sind ausschließlich Politiker*innen der demokratischen Parteien SPD, CDU, Grüne und Linke. Nicht jedoch die von AfD und BSW, die offenbar in Magdeburg gerade gemeinsam die Machtübernahme vorbereiten. Russland will laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik eindeutig „rechte Parteien stärken“.

Doch auch über Sachsen-Anhalt hinaus ist es immer wieder Ziel von Desinformationskampagnen, die Demokratie in Deutschland zu schwächen. Dazu bedient sich Russland der Strategie, die demokratischen Parteien und ihre Politiker*innen systematisch und mit allen Mitteln zu diskreditieren und ohne jeden Skrupel zu verleumden. So soll Misstrauen und Ablehnung gegen Regierung und Parlament gesät werden, gegen die Demokratie im Ganzen.

Kampagnen sollen Demokratie schwächen - Wahlen werden als „Fälschungen“ verleumdet 

Um das zu erreichen, werden auch demokratische Wahlen immer wieder durch Fake News diskreditiert. Sie seien manipuliert oder gefälscht, wird – frei erfunden – behauptet. Um dies zu „belegen“, wird das ganze Arsenal einer hochprofessionellen Verleumdungskampagne eingesetzt: angebliche Rechercheergebnisse deutscher Medien und Experten, hochprofessionelle Deepfakes, komplett erfundene Zeugenaussagen. Diese Einflussversuche waren besonders stark bei der vergangenen Bundestagswahl 2025 zu beobachten.

Das Perfide: Selbst wenn die Falschmeldungen als solche erkannt und richtiggestellt werden, spielt das den Machern in die Hände, denn auch durch das Dementi werden die Lügen ja wiederholt und damit indirekt auch verstärkt.

Im Visier von Fake News: Unsere Demokratie muss sich wehrhaft zeigen 

Ein weiterer beabsichtigter Zweck: Je mehr über Lügen und Fake News berichtet wird, umso mehr setzt sich bei vielen der Eindruck fest, man könne sowieso niemandem mehr glauben, denn alle würden lügen. Damit erodiert die Grundlage der Demokratie, das Vertrauen in Politik, Medien und einen offenen Diskurs.

Diese zersetzende Wirkung ist höchst gefährlich. Wie erfolgreich sie bereits ist, zeigen die Wahlerfolge der AfD und anderer Populisten, wie des BSW, die genau mit diesen Erzählungen arbeiten, wie verlogen die „Altparteien“ seien. Deshalb ist es so wichtig, dass sich unsere Demokratie als wehrhaft erweist. Wir dürfen sie nicht ihren Feinden überlassen. Egal ob sie in Deutschland sind – oder in Russland!

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10 Kommentare

Gespeichert von max freitag (nicht überprüft) am Fr., 14.08.2026 - 16:44

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stark gefährdeten Position, nun auch noch Moskau als Akteur. Wir müssen alles dran setzen, unsere Demokratie AfD-fest zu machen, dann kann sie gerne Mehrheiten erzielen, ist aber an unsere regeln gebunden. Grundgesetzänderung hatten wir ja schon vor wenigen tagen. Die Arbeit in den Wahlausschüssen läuft auch ordentlich, wenn auch der Ausschuss in Hannover wohl der Ausschuss den AfD Kandidaten nicht ausgeschlossen hat??!!. Solche und weitere Maßnahmen müssen streng durchgeführt werden, sonst ist "Ende Gelände".

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:35

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Lars Haverkamp ist ein starker Macher, ein Meinungsmacher: Vom 1. Juli bis heute (14.8.26) hat er von den 17 Artikeln der Rubrik „Meinung“ des Vorwärts neun angefertigt. (Sechs schrieb Lea Hensen, ebenfalls Mitarbeiter*in des Vorwärts. Zwei stammen von nicht Vorwärts-Mitarbeitern.) Einen (normalen) redaktionellen Artikel habe ich in dieser Zeitspanne von ihm nicht gefunden.

Haverkamp sieht unsere Demokratie durch „Russlands Fake News“ stark gefährdet. Um das zu belegen und zu gewichten, ordnet er sie ein in den „hybriden Krieg, den Russland seit Jahren gegen Deutschland führt“. Diesen „hybriden Krieg“ hat er ausführlich beschrieben in seinem Vorwärtsartikel vom 21.8.2024 „Hybrider Krieg: Wie heimtückisch Russlands Geheimdienste Europa attackieren“ und dabei „längst auch vor Mord nicht mehr zurückschrecken“. Lesen Sie den Artikel – aber Vorsicht: Wenn Sie bis jetzt nicht sicher den hybriden Krieg Russlands verinnerlicht haben, werden Sie nach der Lektüre skeptisch bleiben.

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:37

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„Hybrider Krieg“ ist ein genialer Begriff. Auch wenn heute kaum noch Deutsche leben, die Krieg und die Zeit unmittelbar danach noch aus eigener Anschauung kennen, weiß doch jeder, dass Krieg das Schlimmste ist, das einem Volk von seiner oder einer fremden Regierung angetan werden kann. Wenn also unsere Kriegstüchtigen ständig den „hybriden Krieg des Kreml gegen Deutschland“ an die Medienwand menetekeln, dann hören wir schlichten Gemüter „Krieg, Krieg“, obwohl unsere Politiker, Sicherheitsexperten und Qualitätsjournalisten immer darauf verweisen können, dass ein „hybrider Krieg“ eben kein Krieg ist – aber auch kein Frieden mehr. Durch „Krieg“ die größtmögliche Angst erzeugen, durch „hybrider“ diese aber (im Zweifelsfalle) als Fake-Empfindung abtun können – das ist genial und lässt sich mit jeder guten wie bösen Absicht gezielt einsetzen.

„Hybrider Krieg“ lässt sich überall erkennen, man muss es nur wollen oder, wie „Oberst Johann Schmid mahnt: … dieses hybride, ganzheitliche

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:40

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Verständnis von Krieg müssen wir erst wieder lernen“. In Frankreich von „Russland gesteuerte Internetseiten mit Propaganda für den Kreml“ – hybrider Krieg. Als „Macron sagte, er schließe es nicht aus, französische Truppen in die Ukraine zu entsenden, stellten Verdächtige fünf Särge mit der Aufschrift ´Französische Soldaten in der Ukraine´ am Eiffelturm auf“ - hybrider Krieg. Die gute, alte Spionage und Gegenspionage, durch die „rund 500 russische Spione aus EU ausgewiesen“ wurden – hybrider Krieg. Und die Cyber-Attacken und natürlich die Drohnen - hybrider Krieg -, die ständig über unseren Köpfe, unseren Bundeswehr-Kasernen, unseren Waffenschmieden und unserer Infrastruktur herumfliegen. „Zuletzt etwa der Drohnenangriff auf ein ukrainisches Transportflugzeug auf dem Leipziger Flughafen, den die US-Geheimdienste eindeutig Russland zuordnen“. Und wenn ihn schon die „US-Geheimdienste eindeutig“ zuordnen können, dann brauchen wir doch unsere Kriegstüchtigen nicht mehr,

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:42

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die den Täter schon kennen, ehe sich ein solcher Vorfall überhaupt ereignet. Dabei gibt es in diesem Bild Unschärfen, die den Gesamteindruck stark beeinträchtigen. Die große Spreizung zwischen dem ministeriellen „hybriden Anschlagsszenario“, das „hochprofessionelles Wissen“ , ein „hohes Maß an Technikerfahrung und professioneller Vorbereitung“ seitens der Täter voraussetzt einerseits und der bestenfalls stümperhaften Durchführung des Attentats andererseit, lassen nicht zwingend auf „fremde Mächte“ als Täter schließen. Die Drohne ist unkontrolliert auf den Flügel einer Antonow aufgeprallt. „Die Konservendose“, die das hochexplosive Semtex enthielt, „ist vorher abgefallen und der Zünder war defekt.“ (TopNews Welt, 11.8.26). Die Drohne explodierte darum nicht, sondern fiel auf den Boden und lag dort etwa vier Stunden unbemerkt herum, ehe sie ein „tapferer Busfahrer offenbar eigenständig und mit bloßen Händen einfing“ (WAZ, 7.8.). Nur am Rande erwähne ich, dass der Busfahrer Touristen

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:44

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dass der Busfahrer Touristen (im Sicherheitsbereich des Flughafens) herumgefahren hatte, die, an Flugzeugen interessiert, die Antonows fotografierten (WDR (Radio) am 7.8. in den 18:00 Nachrichten) - in letzter Version war der Busfahrer schlicht nur ein Mitarbeiter des Flughafens.
Wenn es stimmt, dass es einen Zusammenhang zwischen der „Zeitenwende“ und der Heftigkeit des hybriden Kriegs gibt, dann hätten wir ein Anschlags-Motiv für Russland: Kein Staat ist stärker an der Seite der Ukraine in den Krieg mit Russland involviert als die BRD. Ohne die deutsche militärische, finanzielle und politische Hilfe gäbe es die derzeitig Ukraine vermutlich nicht mehr. Und was die Ukraine inzwischen alles tief in Russland anrichten kann, bestärkt unsere Kriegstüchtigen in ihrer Gewissheit, Russland durch die Ukraine besiegen zu können. Aus russischer Sicht wären also Anschläge in Deutschland geradezu zwingend, zumal Leipzig ein zentraler Standort der „Nato-Logistikkette für Kriegsmunition“

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:46

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in die Ukraine ist (WAZ, 7.8.). Nicht zufällig hat die Ukraine dort sechs Antonow-Transportmaschinen stationiert. Gegen Russland als Täter spricht die mangelhafte Stümperei bei der Durchführung des möglichen „Flammeninfernos am Leipziger Flughafen“ (WAZ, 7.8.26).

Die Täter dieser „Eskalation im hybriden Krieg“ (WAZ) haben freundlicherweise ihre DNA auf der Drohne abgelegt. Die verweist auf eine Tätergruppe, die schon 2025 im Baltikum einen Sprengstoffversand mit Flugzeugen oder in Köln als Vorbereitung auf „offenbar blutigen Ernst ... Pakete mit aktivierten GPS-Trackern“ verschickt haben. Einige stehen in Vilnius vor Gericht. Ukrainer spielen eine wichtige Rolle in dieser Gruppe. Dass allerdings Ukrainer, die bei der Sprengung der Nord-Stream-Pipline eine maßgebliche erfolgreiche Rolle gespielt haben, nicht mal ein paar völlig ungesicherte Antonows sprengen können, ist eher nicht anzunehmen. (Es sind natürlich auch nicht dieselben Ukrainer.) Und der „33-jährige Ukrainer“,

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:50

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der in Bayern einen „Rüstungsbetrieb ausgespäht“ hat, gehört auch eher in die Gruppe der Low-Level-Agenten. Also scheidet die Ukraine als „fremde Macht“ für ein „hybrides Anschlagsazenario“ wohl auch aus (– obwohl, um die Ecke gedacht – die Ukraine schon ein Interesse an einem missratenen Anschlag auf die Antonows haben könnte).
Wir wissen einfach noch nicht, wer es war. Für Haverkamp ist die Urheberschaft aber geklärt: Für „Russlands hybriden Krieg gegen Deutschland gibt es immer wieder neue Belege – (wie hier) die eindeutige Zuordnung durch die US-Geheimdienste“. Schon gibt es einen neuen „Beleg“. So einfach ist das.

In der Hauptsache engt Haverkamp hier aber „den Krieg Putins gegen den Westen auf Fake News, also Falschnachrichten“ ein: „Putin ... greift mit seinen Fake News unsere Demokratie an“. Beispielhaft dafür eine „russische Verleumdungskampagne vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ... Da wird etwa in Videos behauptet, eine Kandidatin hätte alte Menschen ermordet,...

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:54

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ein Kandidat ... Minderjährige zu Sexpartys mit Drogen verführt“.
Kann jemand auf solche Videos/ Meldungen hereinfallen? Können die gar unsere Demokratie gefährden - auch wenn sie, perfide, „mit KI ... täuschend echt produziert, das Logo deutscher Qualitätsmedien zeigen“? Wie werden solche Videos verbreitet, wie zu „Desinformationskampagnen“, zu „ hochprofessionellen Verleumdungskampagnen“ gar? (Ich muss zugeben, ich habe so eine Kampagne noch nicht gesehen, obwohl ich immer nach ihr ausschaue.)

„Auffällig bei den Videos… : Betroffen sind ausschließlich Politiker*innen der demokratischen Parteien SPD, CDU, Grüne und Linke. Nicht jedoch die von AfD und BSW, die offenbar in Magdeburg gerade gemeinsam die Machtübernahme vorbereiten“.
Durch Generalisieren und Systematisieren können zwei konkrete Videos (alle) „Politiker*innen“ von fünf „demokratischen Parteien“ (- schön, dass die Linke eine demokratische Partei ist -) „diskreditieren und ohne jeden Skrupel verleumden“.

Gespeichert von Rudolf Isfort (nicht überprüft) am Mo., 17.08.2026 - 19:56

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Geht man einen Schritt weiter und abstrahiert von den beiden Video-Inhalten und dem konkreten Anlass, dann gelangt man schnell zu „Desinformationskampagnen, die die Demokratie in Deutschland zu schwächen. Dazu bedient sich Russland der Strategie, die demokratischen Parteien und ihre Politiker*innen systematisch und mit allen Mitteln zu diskreditieren und ohne jeden Skrupel zu verleumden. So soll Misstrauen und Ablehnung gegen Regierung und Parlament gesät werden, gegen die Demokratie im Ganzen“.
Dass Russland damit Erfolg hat, beweist Haverkamp mit den „Wahlerfolgen der AfD und anderer Populisten, wie der BSW“, die im Innern genau das machen, was Russland von Außen praktiziert. Und was soll es bedeuten, dass „diese Einflussversuche besonders stark bei der vergangenen Bundestagswahl 2025 zu beobachten waren“?

Meine Meinung zusammengefasst:
Unser Narrativ vom hybriden Krieg gegen uns ist der hybride Krieg gegen uns.