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Steuerreform: Wer vom Ehegattensplitting profitiert – und wer nicht

26. März 2026 13:06:38
Die Forderung, das Ehegattensplitting abzuschaffen, ist nicht neu – doch SPD-Vizekanzler Lars Klingbeil macht sie wieder aktuell. Er will das Sparmodell für neue Ehen streichen, nicht nur weil es dem Staat viel Geld kostet. Wir erklären, worum es geht
Zwei Eheringen auf einem Steuerbescheid als Symbolfoto für das Ehegattensplitting
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Die Kritik am 1958 eingeführten Ehegattensplitting ist tatsächlich nicht neu. Und auch Lars Klingbeil fordert dessen Abschaffung als SPD-Chef nicht zum ersten Mal. Als im Jahr 2023 Kürzungen beim Elterngeld anstanden, schlug er vor, stattdessen das Ehegattensplitting für neue Ehen zu streichen. 

Seit Mittwoch ist die Forderung wieder aktuell. Klingbeil, inzwischen Vizekanzler und Finanzminister, kündigte in einer Grundsatzrede zur Modernisierung Deutschlands eine Steuerreform an. Unter anderem soll für künftige Ehen das Ehegattensplitting abgeschafft werden, um „steuerliche Fehlanreize“ zu beseitigen, „die vor allem Frauen in der Teilzeitfalle halten“. Denn die Gesellschaft werde „insgesamt mehr arbeiten müssen“, ist Klingbeil überzeugt.

Fördert Ehegattensplitting die Ein-Verdiener-Ehe?

Beim Ehegattensplitting geht es um die steuerliche Veranlagung von Ehepaaren und Lebenspartnerschaften. Geben sie eine gemeinsame Einkommensteuererklärung ab, werden sie steuerlich begünstigt, können also Steuern sparen. Das Problem: Der Steuervorteil ist umso höher, je größer die Gehaltsdifferenz der beiden Ehepartner*innen ist. Damit fördert das Ehegattensplitting die Ein-Verdiener-Ehe. Und die Frage ist, warum die steuerlich unterstützt werden soll?

Drängt Ehegattensplitting Frauen in Minijobs?

Denn es gibt Nachteile: Ob OECD, Europäische Kommission oder Expert*innen aus der Wissenschaft, einhellig ist die Meinung, dass das Ehegattensplitting keine Erwerbsanreize für Frauen setzt und zu einer hohen Teilzeitbeschäftigung führt. So verharren im Unternehmen von Jasmin Arbabian-Vogel beispielsweise verheiratete Frauen in Minijobs, auch wenn sie gut ausgebildet sind. 

Sie profitieren davon, dass der Partner so Steuern spart und sind gleichzeitig kostenfrei krankenversichert. Und da sie nach wie vor die Hauptlast in der Care-Arbeit für Kinder oder auch Eltern tragen, profitieren sie auch von der zeitlichen Flexibilität, sagt Arbabian-Vogel. Dennoch tragen sie die Folgen: geringe Lohnersatzleistung bei Kurzarbeitergeld oder Erwerbslosigkeit und auch geringe Rentenansprüche.

Was kostet Ehegattensplitting dem Staat?

„Das Ehegattensplitting kostet uns mehr als 20 Milliarden Euro pro Jahr und wird zu 90 Prozent in den alten Bundesländern in Anspruch genommen“, sagte Bettina Kohlrausch von der Hans-Böckler-Stiftung dem „vorwärts“. Sie kritisierte zudem, dass das Ehegattensplitting keine Familien entlaste, sondern Ehepaare. Mit Kindern habe das nichts zu tun. 

Kann Ehegattensplitting abgeschafft werden?

Der Jurist und Journalist Christian Rath erklärte im „vorwärts“, dass Ehe und Familie laut Grundgesetz zwar „unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ stehen. Dabei habe der Gesetzgeber jedoch einen relativ großen Gestaltungsspielraum.

Bislang sei die Abschaffung vor allem daran gescheitert, dass CDU/CSU und FDP dies ablehnen und es auch unpopulär wäre. „Würde man, wie von Klingbeil vorgeschlagen, das Ehegattensplitting nur für neue Ehen abschaffen, wäre der Einspareffekt zunächst nur gering, würde aber von Jahr zu Jahr wachsen. Pro Jahr werden in Deutschland rund 400.000 Ehen geschlossen“, betonte Rath. 

Autor*in
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Vera Rosigkeit

hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.

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Gespeichert von Florians (nicht überprüft) am Fr., 27.03.2026 - 17:31

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Dieser Kommentar wurde gelöscht, da er gegen Punkt 5 der Netiquette verstößt. Aus Gründen des deutschen Namensrechts werden Beiträge gelöscht, deren Autor unvollständige (nur Vor- oder Zuname), geschützte Namen oder Pseudonyme benutzt.

Gespeichert von Gabriele Frau … (nicht überprüft) am Sa., 28.03.2026 - 06:40

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Es gibt Ehen, bei dem ein Partner in die Erwerbsunfähigkeit fällt und wegen der Carearbeit keine hohen Rentenansprüche hat. Aber auch durch die Pflege eines Angehörigen nicht arbeiten kann.

Durch das Splitting bleiben diesen Paaren wenigstens etwas mehr unter dem Strich.

Hier wird wieder die Geringverdiener benachteiligt.

Wann wird endlich die Erbschaftssteuer wieder aktiviert... das wäre die größte Geldeinnahme.

Für ein soziales Miteinander!

Gespeichert von Gunnar Gottschalk (nicht überprüft) am Sa., 28.03.2026 - 17:47

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Ich als SPD Mitglied finde es echt traurig das sich die SPD damit quasi gegen Familien ( mit Kindern ) stellt. Wir 5 mit mir als Alleinverdiener werden uns dann keinen Jahresurlaub mehr leisten können.
Meine Frau möchte nicht arbeiten und kümmert sich (gerne) um die Kinder (denen das sehr gut tut).
Das ist meiner Ansicht nach auch nicht gerade ein Zug der langfristig die Kassen saniert kann, da die Leute so quasi immer mehr in Sozialleistungen gedrängt werden.
Es gibt in diesem Land sehr viele Familien die von Alleinverdienen ernährt werden (z.B Familien mit vielen Kindern) , und die die man dann mit diesem Schritt am härtesten trifft sind die Kinder , unsere nächste Genration, kein Geld ,keine Entfaltungsmöglichkeiten, weniger Förderung da kein Geld ....
Tja was soll ich sagen bye bye Familienpartei. schade

Gespeichert von Richie (nicht überprüft) am Di., 31.03.2026 - 13:59

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Ich bin skeptisch, denn die Erfahrung zeigt, mehr Geld bedeutet nicht mehr Leistung. Die 20 Mrd werden versickern, in Verwaltung und für Sozialtransfers in nicht erwerbstätige Schichten. Insbesondere der Mittelschichtfamilie wird netto weniger bleiben. Zudem: Unterhaltszahlende werden weiter Steuerklasse 1 behalten und trotzdem Familien (Kinder!) ernähren ohne Ssteuererleichterung oder sonstige Anerkennung. Danke SPD.

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