International

Barcelona: Progressives Netzwerk als Gegengewicht zu Trumps MAGA-Bewegung

17. April 2026 12:41:25
4.000 Menschen aus mehr als 40 Ländern kommen am Wochenende in Barcelona zur Global Progressive Mobilisation (GPM) zusammen. Sie soll ein Gegengewicht zu Trumps MAGA-Bewegung bilden und geht auch auf SPD-Chef Klingbeil zurück.
SPD-Bundesparteitag 2023: SPD-Chef Lars Klingbeil begrüßt den spanischen Ministerpräsident Pedro Sánchez in Berlin. Am Wochenende kommt es zum Gegenbesuch in Barcelona.
(L-R) Pedro Sanchez, Ministerpraesident von Spanien und PSOE-Vorsitzender, und Lars Klingbeil, SPD-Parteivorsitzender, aufgenommen im Rahmen des Bundesparteitags der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) in Berlin, 09.12.2023. Von Freitag bis Sonntag beraten die Delegierten ueber aktive Standort- und Industriepolitik, ein Jahrzehnt der Zukunftsinvestitionen und einen Deutschlandpakt Bildung. Zudem stand die Wahl der Parteivorsitzenden auf dem Programm.

Barcelona – wer an die katalanische Metropole denkt, hat schnell den Hit von Freddy Mercury im Kopf, der zur Hymne der Olympischen Sommerspiele 1992 wurde. Damals kam die ganze Welt nach Barcelona. Ähnlich international wird es auch am Wochenende. Denn am Freitag und Samstag treffen sich dort erstmals progressive Entscheider*innen aus mehr als 40 Ländern zur Global Progressive Mobilisation (GPM). Mit dabei sind unter anderem der brasilianische Präsident Lula da Silva, sein südafrikanischer Amtskollege Cyril Ramaphosa, der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und auch der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil.

Neue SPD-Außenpolitik durch Klingbeil

„Barcelona ist ein historischer Moment. Progressive Kräfte vernetzen sich über Europa hinaus erstmals an einem Ort. Die globale Rechte ist längst international vernetzt – die GPM setzt dem eine progressive, internationale Zusammenarbeit entgegen“, sagte Klingbeil im Vorfeld des Treffens. Der SPD-Vorsitzende wirkte selbst maßgeblich daran mit, dass es zustande kam. 

Schon seit seinem Amtsantritt im Dezember 2021 drängte Klingbeil darauf, die Außenpolitik seiner Partei neu auszurichten, insbesondere seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zwei Monate später. So setzte er sich mit seinen Reisen nach Lateinamerika 2022, nach Asien 2023 und nach Afrika 2024 zum Ziel, ein belastbares Netzwerk progressiver Schwesterparteien auf allen Kontinenten aufzubauen. Auch die Neubelebung der anlässlich des 150. SPD-Geburtstages 2013 gegründeten Progressive Alliance ist für Klingbeil ein zentrales Element dieser Neuaufstellung.

4.000 Teilnehmende für eine progressive Welt

So wurde auf Drängen der SPD erstmals ein internationales Präsidium geschaffen, das progressive Parteien aus Europa, Afrika, Lateinamerika, Asien und Australien zusammenbringt. Das Präsidium stellte sich wiederum bei einem Treffen im Dezember 2025 in Berlin unter der Leitung von Lars Klingbeil hinter die Idee, die Global Progressive Mobilisation ins Leben zu rufen. Ziel des Kongresses in Barcelona soll es sein, den autoritären Tendenzen weltweit ein Gegenmodell entgegenzusetzen.

„Ich kämpfe dafür, dass am Ende die Stärke des Rechts gewinnt, nicht das Recht des Stärkeren. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, Spaltung zu überwinden, Gesellschaften zusammenzuhalten und internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen und die WTO zu stärken“, forderte Klingbeil. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sprach im Interview mit der „taz“ gar von einem „historischen Moment“, der beim Kongress in Barcelona bevorstehe, zu dem 4.000 Teilnehmende aus mehr als 40 Ländern erwartet werden.

Klüssendorf: Von Brasilien und Australien lernen

Klüssendorf, der ebenso wie Klingbeil als Teil einer 14-köpfigen SPD-Delegation vor Ort sein wird, sprach zudem davon, dass die GPM ein weitreichenderes Gegenmodell zur MAGA-Bewegung in den USA bilden soll. Für die SPD gehe es bei dem Treffen auch darum, sich Strategien bei erfolgreichen Schwesterparteien in Australien oder Brasilien abzuschauen. „Wir sind bereit, uns Dinge von anderen progressiven Kräften abzugucken und unsere Arbeit immer wieder zu hinterfragen, etwa wenn es um Kampagnen geht und um die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner“, sagte der Generalsekretär im taz-Interview.

Autor*in
Jonas Jordan
Jonas Jordan

ist Redakteur des „vorwärts“. Er hat Politikwissenschaft studiert und twittert gelegentlich unter @JonasJjo

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