Inland

Stichwahlen in Bayern: SPD verliert das Münchener Rathaus

22. März 2026 20:02:20
In Bayerns Kommunen gab es am Sonntag zahlreiche Stichwahlen. In München verliert Oberbürgermeister Dieter Reiter überraschend die Wahl. Erfolge konnte die SPD in Augsburg und Regensburg feiern.
Dieter Reiter in schwarzer Jacke und erstem Gesicht in einer Menschenmenge

Oberbürgermeister Dieter Reiter konnte das Münchener Rathaus in der Stichwahl nicht verteidigen.

In zahlreichen bayerischen Städten durften die Bürger*innen am Sonntag (22.3.) entscheiden, wer künftig das Rathaus führen soll. Denn nach den Kommunalwahlen zwei Wochen zuvor standen nun die Stichwahlen an. In 26 Städten wurde noch ein neuer Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin gesucht.

SPD verliert das Münchener Rathaus

In München wurde mit Spannung erwartet, ob Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) nach zwölf Amtsjahren weitermachen kann. Lange Zeit galt er als klarer Favorit, doch auf der Zielgerade des Wahlkampfes unterliefen ihm einige Fehler. Unter anderem geriet er wegen einer Tätigkeit beim FC Bayern München in die Kritik, die der Stadtrat nicht genehmigt hatte.

Diese Patzer haben ihn nun mutmaßlich das Amt gekostet. Der grüne Kandidat Dominik Krause hat die Stichwahl in München gewonnen. Auf ihn sind 56,4 Prozent der Stimmen entfallen. Für Reiter entschieden sich an der Wahlurne 43,6 Prozent der Münchner*innen, so das vorläufige Ergebnis. Die Wahlbeteiligung wird auf der Internetseite der Stadt mit 44,5 Prozent angegeben.

Kein Wechsel in Nürnberg

Auch in Bayerns zweitgrößter Stadt Nürnberg musste die SPD eine Niederlage hinnehmen. Amtsinhaber Marcus König von der CSU liegt hier mit 55,5 Prozent der abgegebenen Stimmen vorn (vorläufiges Ergebnis). Der sozialdemokratische Herausforderer Ahmed Nasser erzielte mit 44,5 Prozent zwar ein achtbares Ergebnis, doch für einen Wechsel an der Rathausspitze reicht es nicht. 41,1 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben.

In Augsburg konnten sich die Wähler*innen zwischen Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) und SPD-Kandidat Florian Freund entscheiden. Und sie stimmten für einen Wechsel: Laut vorläufigem Ergebnis hat Freund die Wahl gewonnen. Der Sozialdemokrat kommt auf 56,6 Prozent, Weber auf 43,4 Prozent der Stimmen. Rund 37 Prozent der wahlberechtigten Augsburger*innen beteiligten sich an dem Urnengang.

Auch in Regensburg haben die Genoss*innen Grund zum Feiern. SPD-Kandidat Thomas Burger hat laut vorläufigem Ergebnis 53,2 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten und wird neuer Oberbürgermeister. Für die CSU-Bewerberin Astrid Freudenstein stimmten 46,8 Prozent. Die bisherige sozialdemokratische Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer war nicht wieder angetreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,2 Prozent.

Knappe Niederlage für Erlanger OB Janik

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die Kandidaten auch in Erlangen, namentlich Jörg Volleth (CSU) und Amtsinhaber Florian Janik (SPD). Am Ende hatte Janik das Nachsehen: Nach Auszählung aller Wahllokale kommt er auf 48,6 Prozent der Stimmen. Für Volleth votierten 51,4 Prozent, der Christsoziale wird somit neuer Oberbürgermeister.

Nicht nur in Städten wurde am Sonntag gewählt, auch in 29 Landkreisen waren Stichwahlen nötig geworden. Aus sozialdemokratischer Sicht war der Wahlabend hier vergleichsweise spannungsfrei, weil es fast keine SPD-Bewerber*innen in die zweite Runde geschafft hatten. Eine Ausnahme stellt der Landkreis Weilheim-Schongau dar. Hier hatte SPD-Kandidat Falk Sluyterman van Langeweyde im ersten Wahlgang zwar nur 13 Prozent der Stimmen geholt, war damit aber in die Stichwahl eingezogen. Dort holte er immerhin 34,6 Prozent. Der Wahlsieg ging an Johann Bertl (CSU), für den sich 65,4 Prozent der Wählenden entschieden.

Der Text erschien zuerst auf demo-online.de.

Autor*in
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Carl-Friedrich Höck

arbeitet als Redakteur für die DEMO – die sozialdemokratische Fachzeitschrift für Kommunalpolitik.

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