Inland

Kommunalwahl in Bayern: SPD geht „mit gutem Gefühl in die nächsten Wochen“

10. März 2026 12:18:51
Die SPD zeigt sich zufrieden mit dem Ausgang der Kommunalwahlen in Bayern. Worüber er sich besonders freut und worauf es jetzt in den Stichwahlen ankommt, sagt SPD-Landeschef Sebastian Roloff im Interview.
Porträt von Sebastian Roloff im weißen Hemd und Sakko vor einer Betonwand

SPD-Landeschef Sebastian Roloff: „Dieses Ergebnis unterstreicht, wie stark wir als bayerische SPD im Kommunalen nach wie vor sind.“

Die Kommunalwahlen in Bayern werden noch bis Mittwoch ausgezählt. Fest stehen aber bereits die Ergebnisse der Oberbürgermeister- und Landratswahlen. Wie fällt Ihre Bilanz aus Sicht der SPD aus?

Wir gehen mit einem guten Gefühl in die nächsten Wochen. Dieses erste Ergebnis unterstreicht, wie stark wir als bayerische SPD im Kommunalen nach wie vor sind. In 17 der 50 bayerischen Städte mit einem Oberbürgermeister stehen wir in der Stichwahl. Sieben weitere haben wir direkt geholt, darunter erneut Fürth mit über 70 Prozent – und das trotz vieler Kandidat*innen für das Amt – oder das durch Eva Reichstadt neu eroberte Weißenburg. In weiteren 17 Städten mit OB-Sitz sind wir in der Stichwahl. Wir konnten auch in kleineren Städten und Gemeinden einige tolle Siege erringen, auf die wir auch wirklich stolz sind. Zum Beispiel im Mittenwald, wo unser Bürgermeister Enrico Corongiu fast 90 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte.

„Unsere Bürgermeister*innen sind tief verwurzelt in ihren Kommunen“

Den deutlichen Sieg von Thomas Jung als Oberbürgermeister von Fürth haben Sie bereits angesprochen. Auch Florian Töpper wurde direkt als Landrat im Kreis Schweinfurt bestätigt. Welche Lehren lassen sich daraus für die SPD ziehen?

Unsere Bürgermeister*innen sind tief verwurzelt in ihren Kommunen und haben meist ein sehr genaues Gespür dafür, was die Menschen umtreibt und was ihre Bedürfnisse sind. Ihre Stimme noch stärker in unsere Politik auf Bundes- und Landesebene einzubinden, halte ich deshalb für sehr wichtig und ist mir auch ein persönlicher Auftrag.

In München dagegen, wo die SPD seit mehr als 40 Jahren den Oberbürgermeister stellt, hat Amtsinhaber Dieter Reiter im Vergleich zu seinem Ergebnis vor sechs Jahren verloren. Was bedeutet das für die Stichwahl in zwei Wochen?

Wir haben uns natürlich ein besseres Ergebnis erhofft. Trotzdem hat Dieter Reiter eine sehr gute Bilanz als Oberbürgermeister vorzuweisen. Er baut mit 2000 bezahlbaren Wohnungen pro Jahr mehr als der Freistaat Bayern und kämpft dafür, dass München auch auf anderen Ebenen eine Stadt für alle bleibt. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass Dieter Reiters hervorragende Bilanz schwerer wiegen wird als die Fehler der vergangenen Tage.

„Wir wollen, dass jedes Kind unabhängig von dem Elternhaus, dem Viertel in dem es groß wird und dem Familienbudget alle Chancen hat, sich zu entfalten.“

Auch in den anderen großen Städten Nürnberg, Augsburg und Regensburg muss die Stichwahl entscheiden. In allen Fällen kommt es zu Duellen mit Kandidat*innen der CSU. Welche Schwerpunkte will die bayerische SPD in den kommenden zwei Wochen setzen, um hier erfolgreich zu sein?

Ich denke, man kann es mit Nasser Ahmeds Wahlkampfslogan „Stadt der Chancen“ wirklich gut zusammenfassen. Wir wollen, dass jedes Kind unabhängig von dem Elternhaus, dem Viertel in dem es groß wird und dem Familienbudget alle Chancen hat, sich zu entfalten. Deshalb setzen wir uns in den Kommunen für mehr Kita-Plätze ein, wollen mehr bezahlbare Wohnungen bauen und unsere Schulen modernisieren. Gleichzeitig wollen wir in Bund und Land endlich dafür sorgen, dass die Kommunen für diese Aufgaben ausreichend finanziert sind. Wir fordern daher schon lange, dass der Freistaat Bayern eine Milliarde Euro jährlich aus dem Sondervermögen Infrastruktur direkt an die Kommunen weitergibt.

Das Interview wurde schriftlich geführt.

Autor*in
Kai Doering
Kai Doering

ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts und auf Bluesky unter @kaid.bsky.social zu finden.

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