Familienversicherung vor dem Aus? Das sagt die SPD
IMAGO / Steinach
Die Krankenkassen stehen finanziell unter Druck: Überlegt wird, ob die kostenfreie Mitversicherung von Ehepartner*innen abgeschafft werden soll
Medienberichten zufolge steht die kostenlose Mitversicherung von Ehepartner*innen vor dem Aus. Die Koalition plane im Zuge von Reformen bei Gesundheit und Pflege die Familienversicherung auf den Prüfstand zu stellen, berichtet am Dienstag das „Handelsblatt“. Dies könnte eine Stellschraube sein, um die Finanzierung der Kranken- und Pflegeversicherung zu stabilisieren. Wir erklären, worum es geht.
Wer ist kostenfrei mitversichert?
Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2023 rund 16,8 Millionen Menschen in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) beitragsfrei familienversichert. Etwa ein Drittel bis knapp die Hälfte dieser familienversicherten Personen waren erwachsene Partner*innen. Für sie ist eine Familienversicherung möglich, wenn sie monatlich nicht mehr als 565 Euro verdienen oder eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) ausüben. Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 Euro im Monat. Kinder sind bis zum 18. Lebensjahr mitversichert, in der Ausbildung oder im Studium verlängert sich der Zeitraum bis zum 25. Lebensjahr. Die Kosten für die beitragsfreie Mitversicherung wird von allen Mitgliedern der GKV getragen.
Was ist laut Medienberichten geplant?
Das „Handelsblatt“ beruft sich hier auf Pläne der Koalition, wonach erwachsene Partner*innen künftig nicht mehr kostenfrei mitversichert werden sollen. Stattdessen sollen sie einen Beitrag von 200 Euro im Monat (Krankenversicherung) und 25 Euro (Pflegeversicherung) als Eigenbeitrag leisten. Als Ausnahmen von dieser Regelung werden Personen mit Kindern unter sechs Jahren oder mit pflegebedürftigen Angehörigen genannt. Mit dieser Maßnahme könnten Kranken- und Pflegeversicherung finanziell entlastet werden.
Was sagt die SPD zu diesem Vorschlag?
Christos Pantazis, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion erklärte dem „vorwärts“, dass die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung ernst sei. Absehbar seien Defizite in zweistelliger Milliardenhöhe. Dennoch sei der Eindruck, dass es bereits eine Entscheidung zur Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartner*innen gebe, „schlicht falsch“, betonte Pantazis. Vielmehr müssten Reformen „sorgfältig austariert werden“.
Die Abschaffung der Mitversicherung berge ihm zufolge auch Risiken, wenn beispielsweise gutverdienende Familien in die private Krankenversicherung wechselten. „Damit würde das eigentliche Ziel, die GKV-Finanzen zu stabilisieren, unter Umständen sogar konterkariert“, sagte er. Auch verwies der Bundestagsabgeordnete auf die Finanzkommission Gesundheit, die in der kommenden Woche ihre Vorschläge vorlegen wird. „Vor diesem Hintergrund halte ich es für wenig zielführend, jeden Tag neue Einzelmaßnahmen zu diskutieren. Für uns gilt daher: Nicht die Nerven verlieren, Kurs halten – und auf Grundlage der Kommissionsvorschläge ein tragfähiges Gesamtpaket schnüren.“
Wer ist die Finanzkommission Gesundheit?
Weil die gesetzlichen Krankenkassen unter finanziellem Druck stehen, hat die zuständige Bundesministerin für Gesundheit, Nina Warken (CDU), im vergangenen September eine Finanzkommission Gesundheit berufen. Die zehn Vertreter*innen aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention sollen bis März 2026 Vorschläge zur Stabilisierung der Beitragssätze in der GKV ab dem Jahr 2027 vorlegen.
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.
Wenn die SPD tatsächlich Millionen familienversicherten Menschen, hier hauptsächlich Frauen, die existenzielle Absicherung durch eine Krankenversicherung in Frage stellt, dann wird eine Welle losgetreten, gegen die die innerparteiliche Diskussion und Agenda 2020 ein laues lüftchen war.
Wenn die SPD in ihrem Kernbereich, der sozialen Sicherung, Solidarität und Gerechtigkeit über Bord wirft, gibt es auch für die letzten gutwilligen kein Grund mehr, für sozialdemokratie zu kämpfen. Welche kleine Familie kann sich 2700 zusätzliche Euro pro Jahr leisten? Allein der Gedanke ist für die sozialdemokratie schon schädlich. Eine parteiführung, eine Fraktionsführung, die solch eine Politik durchsetzt, wird als totengräber der sozialdemokratie in Deutschland in die Geschichte eingehen
Offenbar sind noch nicht einmal Ausnahmen von der Zahl Pflicht für Personen vorgesehen, die wegen einer chronischen Erkrankung oder eine Behinderung, etwa nach einem Schlaganfall, gar keine Möglichkeit mehr haben, auf dem arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
mE nicht vermittelbar, einerseits das Ehegattensplitting (sh Rede unseres Vorsitzenden bei Bertelsmann) in Frage zu stellen (um insbesondere die Frauen vom Herd in die Lohnarbeit zu bewegen- Erhöhung der Beschäftigungsquote) , andererseits aber die Kranken- und Pflegeversicherung kostenfrei, also für lau, bereitzustellen, auf Kosten aller Arbeitnehmer. Beide Themen spielen denselben Ton, nur das Instrument unterscheidet sich, oder anders: wer a sagt, kommt am b nicht vorbei. Also weg mit der beitragsfreien Versicherung nicht beschäftigter Ehepartner
Meine Frau und ich stehen kurz vor der Rente. Wir können an unserer finanziellen Situation nichts mehr änder.
Durch den geplanten Sozialabbau werden wir mit den folgenden Abzügen bei der Rente rechnen müssen:
1. Krankenkassenbeitrag der Ehefrau: 225 EUR/Monat
2. Abschaffung der Mütterrente für zwei Kinder 204 EUR/Monat + 245 EUR/Monat
3. Abschaffung des Ehegattensplittings 326 EUR/Monat weniger Netto vom Brutto
Insgesamt fehlen uns dann genau 1.000 EUR/Monat bei Renteneintritt.
Wir wissen nicht, wie wir mit dieser veränderten Situation umgehen sollen.
Wir hoffen, das die SPD sich für den Erhalt dieser Sozialleistungen einsetzt.
Wird man jetzt dafür bestraft, dass man Kinder und damit neue Beitragszahler finanziert und großgezogen hat?
in der ges. RV eine Beitragszeit von 72 Monaten. Für die Altersrente reichen 60 Monate aus, so dass Ihre Frau dann ab Rentenbeginn pflichtversichert wird aufgrund des Rentenbezugs. Die Familienversicherung würde schon aufgrund des Rentenbezugs /der Versicherungspflicht in der KVdR enden, also unabhängig von dem, was jetzt erfolgt. Aus der Rente sind ca 8 % Beiträge zu zahlen, die RV zahlt einen Zuschuss von ca 7 % . Auf einen KV Beitrag von 225 € kommen Sie dann nicht
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ME sollte die Bezahlung des Kindergeldes umgedreht werden. Für das erste Kind den Höchstbetrag und dann immer kleiner werden. Denn, die Anschaffungen für das erste Kind sind am höchsten. Bei weiteren Kindern kann man sich besser arrangieren. Junge Familien und Alleinerziehende haben auf diese Frage mit ja, geantwortet. Ich selbst habe 4 Kinder die schon erwachsen sind. Es gab bei uns auch finzielle Unterstützung für die wir sehr dankbar waren. Diese Gelder können auch in eine kostenfreie Betreuung und Bildung gesteckt werden. Das ist es was wir brauchen, ein Umdenken. Freundschaft Gabriele Schelhas
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Ich komme bei der Löschung nicht nach, und will wirklich nicht Heinrich Heine zitieren. Kann man das nicht nachvollziehbarer erklären? Sonst entsteht der Eindruck von Willkür, der sich doch nicht zur Erkenntnis verfestigen darf
Es wird sich nie was ändern!!! Wo viel ist immer noch mehr . Niemand redet über die Gehälter der Regierung . Meine Meinung können wir uns nicht leisten. Bezug im Monat , verdienen viele Menschen in Deutschland nicht im Jahr. Schulden über Schulden und das Geld reicht nicht. Für die Diätenerhöhung reicht das Geld. Der Bürger kann sich nicht wehren , es gibt Gesetze!!! Das ist gerecht , bezahlbar und zukunftsorientiert ???????
Es wird sich nie was ändern!!! Wo viel ist immer noch mehr . Niemand redet über die Gehälter der Regierung . Meine Meinung können wir uns nicht leisten. Bezug im Monat , verdienen viele Menschen in Deutschland nicht im Jahr. Schulden über Schulden und das Geld reicht nicht. Für die Diätenerhöhung reicht das Geld. Der Bürger kann sich nicht wehren , es gibt Gesetze!!! Das ist gerecht , bezahlbar und zukunftsorientiert ???????
Mittlerweile muss man feststellen, das die Sozialdemokraten mit solchen Vorschlägen belegen, dass sie den Kontakt zu ihrer einstigen Stammwählerschaft völlig verloren hat. Anders kann man einen Vorschlag der Durchschnittsverdiener mit 225€ im Monat mehr belasten soll, nicht mehr erklären. Ehepaare die sich in der Vergangenheit mal dazu entschlossen haben, das (meistens) die Frau nicht berufstätig ist, haben dies sicherlich auch im Vertrauen auf diese Familienversicherung getan.
Für mich ist dieser Vorschlag ein sozialpolitisches Debakel und wird die SPD für die Betroffenen unwählbar machen.
Das hat mit Sozialstaat nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, ich bin gezwungen als kurz vor der Rente stehend nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, um mich um das Enkelkind zu kümmern. Damit meine Tochter arbeiten gehen kann. Es gibt nämlich nicht genügend Kindergartenplätze, oder einen sehr hohen Krankenstand bei der Versorgung. Jetzt werde ich dann bestraft in dem ich aus der Familienversicherung rausfalle. Wer kümmert sich denn um die Kinder, wenn es der Staat nicht schafft?
Das hat mit Sozialstaat nichts mehr zu tun. Im Gegenteil, ich bin gezwungen als kurz vor der Rente stehend nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen, um mich um das Enkelkind zu kümmern. Damit meine Tochter arbeiten gehen kann. Es gibt nämlich nicht genügend Kindergartenplätze, oder einen sehr hohen Krankenstand bei der Versorgung. Jetzt werde ich dann bestraft in dem ich aus der Familienversicherung rausfalle. Wer kümmert sich denn um die Kinder, wenn es der Staat nicht schafft?
Wenn man unser Geld in der ganzen Welt verschenkt man sollte mal an das eigene folk denken und uns Menschen nicht noch mehr abzocken, sowas geht gar nicht .
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