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Pokémon: Wie ein „Glurak“ einen SPD-Politiker zum Internetstar machte

27. Februar 2026 16:21:00
Vor 30 Jahren erblickten in Japan die „Pokémons“ das Licht der Welt. Einen SPD-Politiker aus Sachsen-Anhalt verhalfen die Spiel-Monster einst zu einen Klick-Hit im Internet.
App "Pokémon Go" auf einem Handy in der Hand eines Nutzers

2016 verhalf Pokémon Go dem SPD-Politiker Andreas Schmidt zu einem Internet-Hit. Inzwischen hat sich der Hype gelegt.

Alles fing ganz harmlos an. „Ich freue mich sehr – habe heute ein Glurak vor der SPD-Regionalgeschäftsstelle gefunden.“ Diesen Satz schrieb der Landtagsabgeordnete Andreas Schmidt aus Halle am 11. Juli 2016 auf seiner Facebook-Seite. Während viele Nutzer*innen mit dem Satz vermutlich wenig anfangen konnten, sorgte er in einer bestimmten Gruppe für Furore. Ein „Glurak“ ist ein Feuer-Flugdrache mit spitzen Zähnen und Hörnern und gehört zu den Pokémons.

Innerhalb von 48 Stunden mehr als 1000 Mal geteilt

Erfunden wurden die „Taschenmonster“ (Pokémon ist eine Abkürzung für „Pocket Monster“) vor 30 Jahren von dem Japaner Satoshi Tajiri. Über Sammelkarten und Videospiele traten sie einen weltweiten Siegeszug an. Als SPD-Politiker Schmidt den „Glurak“ fand, startete gerade das Spiel „Pokémon Go“, bei dem man mit dem Smartphone Pokémons in seiner wirklichen Umgebung fangen muss.

Schmidts Facebook-Post ging damals innerhalb kürzester Zeit durch die Decke. Innerhalb von 48 Stunden bekam er mehr als 2600 Likes und wurde mehr als 1000 Mal geteilt. Viele Kommentator*innen gingen launisch auf Schmidts Post ein. „Auf und davon alle zur SPD Geschäftsstelle“, schrieb einer. „Jetzt noch auf Tinder Koalitionspartner finden“, schlug ein anderer vor.

Inzwischen hat sich der Hype um „Pokémon Go“ gelegt

Schmidt selbst zeigte sich von dem Erfolg überrascht. „Ich wollte mit dem Post einfach nur zeigen, dass die SPD-Regionalgeschäftsstelle ein cooler Ort ist, an dem die wirklich starken Typen zu finden sind“, sagte er damals dem „vorwärts“. Mit den Folgen habe niemand gerechnet.

War „Pokémon Go“ im Jahr 2016 die am meisten heruntergeladene App, hat sich der Hype inzwischen gelegt. Weltweit gibt es aber noch immer treue Anhänger*innen des Spiels. Andreas Schmidt hätte heute jedoch wohl kaum noch Zeit, mitzuspielen. Seit 2020 ist er einer der beiden Vorsitzenden der SPD in Sachsen-Anhalt.

Autor*in
Kai Doering
Kai Doering

ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts und auf Bluesky unter @kaid.bsky.social zu finden.

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