Inland

Kommunalwahlen in Hessen: SPD mit Verlusten auf Platz zwei

16. März 2026 09:05:04
In Hessen wurden am Sonntag die kommunalen Vertretungen neu gewählt. In Hanau wird auch ein neuer Oberbürgermeister oder eine Oberbürgermeisterin gesucht. In zwei Wochen kommt es hier zur Stichwahl.
Wahlplakate stehen an eine Straße (Nachaufnahme mit Lichteffekten vorbeifahrender Autos)

Plakate für die Wahl der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung: Hessenweit kam die SPD bei den Kommunalwahlen auf den zweiten Platz.

In Hessen konnten die Bürger*innen am Sonntag (15.3.) wichtige Weichen für die Zukunft ihrer Gemeinden, Städte und Landkreise stellen. Alle fünf Jahre werden die hessischen Kommunalparlamente neu gewählt. Also die Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen, Landkreistage und Ortsbeiräte.

Die CDU ist einem Trendergebnis zufolge stärkste Partei geblieben. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes kam sie landesweit auf 29,7 Prozent der Stimmen. Es folgt die SPD mit 20,2 Prozent. Die AfD sicherte sich mit 15,9 Prozent den dritten Platz.

In Hanau stand zudem eine OB-Wahl an. Die Stadt ist seit Jahresbeginn kreisfrei. Der langjährige Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) geht vorzeitig in den Ruhestand, sodass die Hanauer*innen am Sonntag aufgerufen waren, über seine Nachfolge zu entscheiden.

Hanau: Stichwahl zwischen Bieri und Hemsley

Laut vorläufigem Ergebnis hat der SPD-Kandidat Maximilian Bieri eine absolute Mehrheit im ersten Wahlgang nur knapp verpasst. Er kam auf 48,1 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl am 29. März tritt der Sozialdemokrat nun gegen Isabelle Hemsley von der CDU an. Sie erhielt 35,7 Prozent der Stimmen.

„Das Ergebnis ist bedeutend besser, als ich es mir selber vorgestellt hatte“, sagte Bieri am Wahlabend gegenüber der DEMO. Es fühle sich gut an und gebe viel Rückenwind. Nun wolle er weiter für sich werben und bei seiner bisherigen Strategie bleiben: „Rauszugehen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre jeweiligen Probleme uns anzuhören, mich vorzustellen und auf die Stichwahl aufmerksam zu machen.“ Bierigs Slogan lautet „Miteinander für Hanau“. Am Wahlabend dankte er den anderen Kandidat*innen dafür, dass der Wahlwettbewerb nicht zu Polarisierung oder Spaltung geführt, sondern die Menschen in Hanau in den Blick genommen habe.

Trends, aber noch keine Wahlergebnisse

Für die Kommunalparlamente wird erst im Verlauf der Woche mit Ergebnissen gerechnet. Grund ist das komplizierte Wahlrecht: In Hessen können die Wähler*innen kumulieren und panaschieren, also bis zu drei Stimmen an eine*n Bewerber*in vergeben oder Stimmen auf Kandidierende unterschiedlicher Listen verteilen.

Dennoch wurden am Wahlabend bereits erste Trendergebnisse veröffentlicht. Hierfür werden zunächst nur die Stimmzettel berücksichtigt, auf denen nicht kumuliert oder panaschiert wurde.

In Frankfurt am Main wurde mit Spannung erwartet, ob Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) künftig auf mehr Rückendeckung in der Stadtverordnetenversammlung zählen kann. Seine Partei stellt dort bisher nur die drittstärkste Fraktion nach den Grünen und der CDU. Erste Zwischenergebnisse sprechen dafür, dass künftig die CDU stärkste Fraktion im Frankfurter Rathaus stellt: Stand 20:44 Uhr liegt sie bei 26,4 Prozent. Dahinter folgen die Grünen (19,7 Prozent), die SPD (16,7 Prozent), AfD (10,6 Prozent) und Linke (8,8 Prozent).

Erste Zahlen aus Wiesbaden und Kassel

Ein Zwischenergebnis aus Wiesbaden sieht die CDU mit 26,4 Prozent vorn (Stand 20:49 Uhr). Die SPD belegt mit 22,4 Prozent Platz zwei. Die Grünen kommen auf 14,8 Prozent, die AfD auf 13,4 Prozent und die Linke auf 7,4 Prozent. Die FDP steht bei 5,0 Prozent.

In Kassel liegen Grüne und CDU ungefähr gleichauf und kommen auf 22,1 beziehungsweise 22,0 Prozent (Zwischenergebnis Stand 20:52 Uhr). Knapp dahinter liegt die SPD mit 19,9 Prozent. Die Linke kommt auf rund 14,3 und die AfD auf etwa 12,1 Prozent.

Der erschien zuerst auf demo-online.de.

Autor*in
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Carl-Friedrich Höck

arbeitet als Redakteur für die DEMO – die sozialdemokratische Fachzeitschrift für Kommunalpolitik.

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