Neue Prämie: So wird die Anschaffung von Elektroautos jetzt gefördert
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Unter Strom: Künftig wird die Anschaffung eines Elektroautos wieder vom Staat gefördert.
Die Entscheidung war für viele Autofahrer*innen ein Schock. Im Dezember 2023 verkündete der damalige Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), die staatliche Förderung für die Anschaffung eines Elektroautos einzustellen. Der sogenannte Umweltbonus wurde über Nacht gestrichen. Hintergrund war eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das den Haushalt für 2024 für verfassungswidrig erklärt hatte.
Nun kommt die Förderprämie zurück. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat am Montag die Rahmenbedingungen vorgestellt, nach denen private Käufer*innen eines Elektroautos künftig bis zu 6.000 Euro vom Staat erhalten können.
Welche Elektroautos werden künftig gefördert?
Mit dem neuen E-Auto-Förderprogramm will die Bundesregierung Privatpersonen unterstützen, die sich ein Elektroauto anschaffen. Die Prämie wird sowohl beim Kauf eines neu zugelassenen Fahrzeugs gezahlt als auch beim Leasing eines Neuwagens. Die Förderung erfolgt unabhängig vom Listenpreis. Ein teurer Sportwagen wird also genau so gefördert wie ein günstigerer Kleinwagen.
Das Förderprogramm soll rückwirkend gelten: Unterstützung gibt es für alle Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 2026 zugelassen werden bzw. wurden. Diese müssen für mindestens 36 Monate gehalten werden. Ansonsten muss die Förderung zurückgezahlt werden. Die Anschaffung eines Gebrauchtwagens wird nicht unterstützt.
Wie hoch ist die Förderung für private Elektroautos?
Das richtet sich nach zwei Faktoren: dem Einkommen und der Anzahl der Kinder. So beträgt die sogenannte Basisförderung für elektrisch betriebene Fahrzeuge 3000 Euro. Diese erhalten jedoch nur Haushalte, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen nicht höher als 80.000 Euro ist.
Pro Kind kommen 500 Euro hinzu, maximal jedoch 1000 Euro. Für Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 60.000 Euro jährlich gibt es zudem einen Aufschlag von 1000 Euro. Für Haushaltseinkommen bis zu 45.000 Euro kommen weitere 1000 dazu. So ergibt sich eine maximale Fördersumme von 6000 Euro.
Wieviel Geld steht insgesamt für die neue Prämie zur Verfügung?
Insgesamt stellt der Bund für die neue E-Auto-Förderung drei Milliarden Euro bis 2029 zur Verfügung. Nach Schätzungen der Bundesregierung kann auf diese Weise die Anschaffung von rund 800.000 Fahrzeugen unterstützt werden. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden nach Angabe des ADAC mehr als 545.000 Elektroautos neu in Deutschland zugelassen.
Wird auch die Anschaffung von Hybrid-Fahrzeugen unterstützt?
Ja. Sogenannte Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Benzin betrieben werden, erhalten ebenfalls eine Förderung. Diese fällt jedoch geringer aus als bei reinen Elektrofahrzeugen. Die „Basisförderung“ beträgt hier 1500 Euro. Sie steigt ebenfalls bei geringerem Einkommen gestaffelt um 1000 und pro Kind um 500 Euro. Voraussetzung für die Förderung von Plug-in-Hybriden ist jedoch, dass sie nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen und mindestens 80 Kilometer allein mit dem Elektroantrieb zurücklegen können.
Wie erhalte ich die Förderung?
Gefördert wird nur, wer einen entsprechenden Antrag stellt. Das soll nach Aussage von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) ab Mai über eine Online-Plattform möglich sein. Der Antrag auf Förderung kann erst nach der Zulassung des Fahrzeugs gestellt werden, muss allerdings spätestens ein Jahr nach der Zulassung erfolgen. Dies ist auch rückwirkend zum 1. Januar 2026 möglich.
Dirk Bleicker | vorwärts
ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts und auf Bluesky unter @kaid.bsky.social zu finden.