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Flugtaxi und Bürgermeister-Statue: Diese Scherze machte die SPD zum 1. April

Man sollte nicht alles glauben, was man liest. Am 1. April gilt das umso mehr. Auch verschiedene SPD-Gruppen beteiligten sich mit verschiedenen Scherzen an der April-Tradition.

von Kai Doering · 2. April 2025
Ein Flugtaxi für Nürnberg? Leider nur ein April-Scherz von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Nasser Ahmad

Ein Flugtaxi für Nürnberg? Leider nur ein April-Scherz von SPD-Oberbürgermeisterkandidat Nasser Ahmad

Böse Zungen behaupten ja, Sozialdemokrat*innen würden zum Lachen in den Keller gehen. Dass SPD-Mitglieder durchaus Humor haben, bewiesen zahlreiche Gruppen mit Scherzen zum 1. April. So forderte die SPD-Fraktion im Stadtrat von Bremerhaven, die Umbenennung der Nordsee in „Golf von Bremerhaven“. Inspiriert von US-Präsident Donald Trump, der kürzlich verfügt hat, den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umzubenennen, forderten die Sozialdemokrat*innen auf ihrem Instagram-Account: „Der größte deutsche Seehafen direkt am Meer muss endlich die entsprechende Beachtung finden.“

Nordsee – „schon immer ein schwachsinniger Begriff“

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Sönke Allers, leitete die Umbenennung auch sprachlich her. „Die Nordsee war schon immer ein schwachsinniger Begriff. Sie ist nicht die nördlichste See unserer Erde. Näher am Nordpol liegt noch das Nordpolarmeer“, erklärte er. Die Umbenennung der Nordsee sei daher „folgerichtig“. Allers versprach sich aber auch wirtschaftlich etwas von der Aktion. „Jedes Schulkind lernt dann den neuen Namen im Erdkunde-Unterricht. Bremerhaven kommt ins Gedächtnis. Der Bekanntheitswert unserer Seestadt wird sprunghaft ansteigen, Touristen inklusive“, so der Fraktionsvorsitzende.

Bei den Instagram-Nutzer*innen, die den Braten sofort rochen, kam die Idee an. „Ihr seid mega! (Wichtig: nicht maga.)“, schrieb eine Followerin in Anspielung auf die Make-America-Great-Again (MAGA)-Bewegung von Trump. Ein anderer schrieb: „Wenn, dann Golf von Wilhelmshaven.“ Und ein dritter forderte: „Diese Position sollte auch jenseits des 1. April vertreten werden!“

Waschbärin Wendy als AG-Vorsitzende

Die nordrhein-westfälische SPD gab am 1. April die Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Vier Pfoten“ bekannt. „Ab jetzt kann auch jeder Bello und jede Mietz für eine starke SPD in Nordrhein-Westfalen kämpfen“, erklärte die Vorsitzende der neuen AG, die Waschbärin Wendy, auf der Instagram-Seite der Landespartei. „Die NRWSPD hat damit nicht nur ein weiteres starkes Pferd im Stall – sondern gleich einen ganzen Zoo“, schrieb Wendy. Ein Treffen von Vertreter*innen der AG mit Mitgliedern des Landesvorstands der Partei habe bereits stattgefunden.

Auch hier war das Bedauern der Nutzer*innen groß, dass es sich bei der Arbeitsgemeinschaft nur um einen April-Scherz handelte. „Ich wünschte das wäre kein Aprilscherz. Gegen jede Ausbeutung – nicht nur die von Menschen“, schrieb jemand unter den Instagram-Post. Und ein anderer kündigte an: „Wau, mein Hund ist dabei.“

Flugtaxi mit Bratwurst-Snack

Nasser Ahmed ist noch gar nicht Oberbürgermeister von Nürnberg, doch sein erstes Prestigeprojekt hat der SPD-Kandidat am 1. April bereits angekündigt. „Ab 2026 bringt dich das erste Flugtaxi der Stadt in nur drei Minuten vom Hauptmarkt direkt an jeden Ort deiner Wahl in der Stadt“, versprach Ahmed in einem Post auf seiner Instagram-Seite – Fotomontage inklusive. „Natürlich klimaneutral und mit optionalem Bratwurst-Snack an Bord.“ CSU-Politikerin Dorothee Bär hatte vor Jahren Spott auf sich gezogen, weil sie die Einführung von Flugtaxis gefordert hatte.

Nasser Ahmeds 1.-April-Vorstoß dagegen kam bei den Instagram-Nutzer*innen gut an. „Endlich brauche ich nach dem Christkindlmarkt nicht mehr stundenlang durch die Kälte zu laufen“, freute sich einer. Und eine andere bat darum, beim gastronomischen Angebot an Bord den Champagner nicht zu vergessen. „Sonst wird es nichts.“

Kein „Gams in Gold“ in Vilshofen

Nichts geworden ist es auch mit der Bronzestatue von Bürgermeister Florian Gams auf dem Stadtplatz im bayerischen Vilshofen. Die örtliche SPD, die für ihren „Politischen Aschermittwoch“ bekannt ist, hatte deren Aufstellung am 1. April auf ihrer Facebook-Seite angekündigt. Ziel sei es, mit der Skulptur „gerade in schwierigen Zeiten der Bevölkerung Freude und Glück zu schenken“, erklärten die Sozialdemokrat*innen. Der Stadtrat sei dem Vorschlag der SPD-Fraktion in seiner jüngsten Sitzung gefolgt. Nur einen Namen für das Kunstwerk gebe es noch nicht.

Die Aufklärung erfolgte einen Tag später über die Lokalpresse. „Doch kein ‚Gams in Gold‘: Ankündigung eines Bürgermeisterdenkmals war Aprilscherz“, titelte die „Passauer Neue Presse“. Einige Vilshofener*innen hätten den Scherz aber für bare Münze genommen. So seien einige Passant*innen kurz vor dem angeblichen Enthüllungstermin des Denkmals „tatsächlich auffällig-unauffällig um den Rathausbrunnen geschlichen“.

Autor*in
Kai Doering
Kai Doering

ist stellvertretender Chefredakteur des vorwärts. Er betreut den Bereich Parteileben und twittert unter @kai_doering.

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