Inland

Sondervermögen: Wo Mecklenburg-Vorpommern jetzt investiert 

18. September 2026 16:42:37
Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität stehen auch für Mecklenburg-Vorpommern zusätzliche Mittel für Investitionen bereit. Was wird damit vor Ort möglich – und wie profitieren Schulen und Hochschulen davon? Ein Blick ins Land 
An vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern rollen die Bagger für neue Schulen

An vielen Orten in Mecklenburg-Vorpommern rollen die Bagger für neue Schulen (Symbolfoto).

Mehr als 200 Schweriner Schüler*innen werden seit Jahren in einem sanierungsbedürftigen Kitagebäude aus DDR-Zeiten unterrichtet. Kürzlich kam der Moment, auf den sie lange gewartet haben: Anfang September fiel der Startschuss für den Bau einer neuen Schule für die inklusive Beschulung von Kindern mit emotionalem und sozialem Förderbedarf. Mit Beginn des Schuljahres 2029/2030 soll der provisorische Lernort im Stadtteil Lankow der Geschichte angehören. Dass zu dem neuen Schulcampus auch ein Bürgerzentrum gehören wird, macht das Projekt für das Wohngebiet umso bedeutsamer. 

Mehr als 500 Milliarden Euro Sondervermögen bis 2030 

Möglich wurde das Projekt letztlich durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz (SVIK), das die Bundesregierung im vergangenen Jahr aufgelegt hat. Mehr als 500 Milliarden Euro stehen bundesweit bis 2030 für zusätzliche Investitionen in Schulen, Kitas, Brücken und mehr zur Verfügung. Rund 5,2 Millionen Euro fließen in die neue Schule in Schwerin. Die restlichen knapp 32 Millionen kommen unter anderem aus dem Landeshaushalt und Städtebau-Mitteln. 

Nicht nur in Schwerin zeigt das SVIK Wirkung: Im laufenden Jahr können Bund und Länder rund 58,1 Milliarden Euro investieren. Und das tun sie auch: Bis zum Juni seien 74 Prozent der für 2026 bereitgestellten Mittel abgeflossen, hieß es aus dem Bundesfinanzministerium. Dass in Mecklenburg-Vorpommern derzeit viele Schulbau-Projekte umgesetzt werden, hat nicht zuletzt mit dem Investitionsprogramm „MV-Plan 2035 – Zukunftsfähige Bildungslandschaft“ der Landesregierung zu tun. Hierfür stehen 600 Millionen Euro bereit.  

In Mecklenburg-Vorpommern rollen die Bagger für neue Schulen 

„Die Bagger rollen“, verkündete Bundesfinanzminister Lars Klingbeil jüngst im Bundestag. Davon kann man sich in Mecklenburg-Vorpommern an vielen Orten überzeugen, insbesondere mit Blick auf Bildungs- und wissenschaftliche Einrichtungen. Etwa an der Hochschule Wismar. Dort entsteht für 50 Millionen Euro ein neues Laborgebäude.  

„Wir schaffen attraktivere Bedingungen für Forschung und Lehre – und gleichzeitig sorgen wir mit diesen Mitteln für Aufträge für die Bauwirtschaft und das Handwerk“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig anlässlich des ersten Spatenstichs. 42,5 Millionen Euro fließen aus dem SVIK. Das Laborgebäude war das erste aus SVIK-Mitteln geförderte Projekt im Land. Aus diesem Topf kommen in den nächsten vier Jahren 77 Millionen Euro für die Sanierung von Hochschulen, Wissenschaftseinrichtungen und den Ausbau von Kitas.  

Auch abseits größerer Städte tut sich einiges zwischen Ostsee und Seenplatte. In der Gemeinde Plate im Landkreis Ludwigslust-Parchim wird die Grundschule umgebaut, unterstützt mit 4,4 Millionen Euro aus dem Sondervermögen. „Für den Landkreis, die Gemeinde und die Schüler vor Ort ist diese Förderung ein großer Schritt zur regionalen Verbesserung der Schulinfrastruktur“, sagt Landrat Stefan Sternberg. Künftigen Schüler*innengenerationen werde eine moderne Schule geboten, in der das Lernen Spaß mache, so der SPD-Politiker. Im Alleingang könne eine Gemeinde ein solches Projekt kaum umsetzen. 

Was eine neue Sporthalle für die Demokratie bedeutet 

Gute Nachrichten auch aus Malchow: In der 6000-Einwohner*innen-Stadt an der Mecklenburgischen Seenplatte wird die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz um einen Neubau erweitert. Schon vor langer Zeit hatte das Land die Zusage hierfür gegeben, wenn sich finanzielle Räume auftun. Mit dem SVIK war dies schließlich der Fall. Nun entsteht ein landesweites Kompetenzzentrum zur zentralen Aus-, Fort- und Weiterbildung von Führungskräften und Spezialist*innen. „Die Feuerwehren und der Katastrophenschutz brauchen top-ausgebildete Leute“, so Schwesig laut einer Pressemitteilung. 

Bis auch in Pampow die Bagger rollen, wird noch etwas Zeit vergehen. Auch dort sind die Erwartungen groß. Auf dem Campus der Grundschule in dem Dorf nahe Schwerin ist eine neue Sporthalle geplant, die auch von örtlichen Vereinen genutzt werden kann. Dafür fließen 4,1 Millionen Euro aus dem SVIK. „Gerade im ländlichen Raum ist eine solche Zwei-Felder-Sporthalle von großer Bedeutung“, so Landrat Sternberg. Für die gesamte Gemeinde und die umliegende Region werde die Sporthalle zu einem wichtigen und zentralen Treffpunkt. „Alles, was wir gemeinsam machen, schweißt uns noch enger zusammen“, betont Sternberg. „In einer demokratischen Gesellschaft sind Teamarbeit, Zusammenhalt, Gemeinschaft von essenzieller Bedeutung.“

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