Rücktritt von Bärbel Bas: SPD reagiert mit deutlichen Worten
IMAGO/Bernd Elmenthaler
Bärbel Bas, Bundesarbeitsministerin, blickt nachdenklich: Die SPD-Chefin tritt von allen ihren Ämtern zurück.
SPD-Chef Lars Klingbeil zeigte sich über den Rücktritt von Bärbel Bas „sehr traurig“, könne ihn aber „zu hundert Prozent nachvollziehen“. Das sagte er am Montag in einer Pressekonferenz in Berlin. Klingbeil würdigte zugleich Bas‘ Leistung als Arbeitsministerin. In diesem Amt habe sie unter anderem das Gesetz zur Bundestariftreue und das Rentenpaket durchgesetzt. Doch „hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen“, betonte der SPD-Vizekanzler.
Klingbeil sprach in diesem Zusammenhang von einer politischen Auseinandersetzung, die auch immer mehr „Hass und Hetze einziehen“ lasse. Davon seien vor allem Frauen betroffen – „insbesondere solche in herausragenden Führungspositionen“, die dies immer stärker erleben müssten.
Angriffe der CDU auf Bärbel Bas: „unmenschlich und rücksichtslos“
Die Angriffe auf Bärbel Bas, gerade in den Tagen ihrer Trauer, bezeichnete Klingbeil als „unanständig“ und forderte mehr Respekt. Auch, damit Politik nicht immer mehr Menschen verliere, die feinfühlig und empathisch seien, sagte er.
Der Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach kommentierte auf dem Kurznachrichtendienst X: Bas‘ Rücktritt zeige, „dass, bei aller Härte der Politik, die zunehmenden persönlichen Angriffe die falschen Leute in die Politik bringt“ (sic).
Dagegen äußerte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig scharfe Kritik an der Union. Ebenfalls auf der Nachrichtenplattform X schrieb sie: „Die Attacken der CDU – trotz ihrer persönlichen schweren Situation – waren unmenschlich und rücksichtslos“. Ebenso sieht es Carolin Wagner, Vorsitzende der SPD-Landesgruppe Bayern im Deutschen Bundestag. Auch sie spricht von mangelndem Respekt gegenüber Bärbel Bas. „Gerade aus den Reihen der Union musste sie immer wieder öffentliche Seitenhiebe und persönliche Angriffe hinnehmen. Das Verhalten dieser Keiltreiber war beschämend und entwürdigend: So geht man mit dem Koalitionspartner nicht um.“
SPD-Spitze fordert „menschlicheren Umgang“
SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf reagierte nachdenklich auf die Entscheidung von Bärbel Bas. In einem persönlichen Post auf der Social-Media-Plattform Instagram schrieb er: „Der Umgang mit Dir in den vergangenen Wochen war absolut inakzeptabel, insbesondere angesichts eines öffentlich bekannten Trauerfalls im engsten Familienkreis. Wir müssen als Gesellschaft und insbesondere auch innerhalb der Politik dringend wieder zu einem menschlicheren Umgang miteinander finden.“
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.