Trauer um Carsten Träger: SPD-Abgeordneter mit 52 Jahren gestorben
„Die Nachricht vom Tod unseres langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Träger erfüllt uns mit tiefer Trauer“, schreibt die SPD-Fraktion am Sonntag in einem Beitrag auf Instagram. Sie bestätigt darin, dass der SPD-Politiker am Samstag nach einem Zusammenbruch beim Skifahren im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Der Abgeordnete aus Fürth gehörte dem Bundestag seit 2013 an. Er war verheiratet und hinterlässt neben seiner Frau auch zwei Töchter im Alter von 18 und 14 Jahren. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch zeigte sich „tief erschüttert“ von Trägers Tod: „Er war ein leidenschaftlicher Sozialdemokrat, ein engagierter Kollege und ein warmherziger Mensch. Sein Tod reißt eine Lücke, die nicht zu füllen ist.“
Schon im Alter von 22 Jahren war er 1995 der SPD beigetreten und engagierte sich zunächst in der Kommunalpolitik. 2002 zog Träger erstmals in den Fürther Stadtrat ein. Nach seiner Wiederwahl sechs Jahre später wurde er dort später auch Fraktionsvorsitzender sowie ab 2008 auch Vorsitzender des Fürther SPD-Unterbezirks. 2013 gelang ihm erstmals der Einzug in den Bundestag.
Schneider: „Die Nachricht hat mich tief erschüttert“
Dort galt sein besonderes politisches Engagement der Umweltpolitik. 2018 wurde er zum umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Das Amt hatte er zwei Legislaturperioden inne, bis er 2025 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesumweltminister Carsten Schneider wurde. „Die Nachricht hat mich tief erschüttert. Wir verlieren mit Carsten Träger einen großartigen Menschen und engagierten Umweltpolitiker“, kommentierte Schneider den Tod seines Parlamentarischen Staatssekretärs. Träger sei für ihn „eine zentrale Stütze und wichtiger Ratgeber“ gewesen. „Er wird fehlen. Meine Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Familie“, so der Minister.
In den sozialen Medien meldeten sich am Sonntag zahlreiche Politiker*innen und Wegbegleiter*innen aus verschiedenen Parteien mit Beileidsbekundungen zu Wort. So schrieb die SPD-Bundestagsabgeordnete Annika Klose: „Carsten war ein toller Kollege und Mensch. Diese Nachricht macht mich sehr traurig. Er wird extrem fehlen und ist viel zu früh von uns gegangen.“ Derya Türk-Nachbaur, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Fraktion, schrieb: „Es ist furchtbar. Seiner Familie gilt unser aufrichtiges Mitgefühl.“
Parteiübergreifende Anerkennung
Auch Andreas Jung, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, kommentierte: „Der Tod von Carsten erschüttert uns sehr. Über alle Parteigrenzen hinweg hat er hohe Wertschätzung erfahren. Seit uns als Umweltpolitiker der Union die traurige Nachricht erreicht hat, herrscht Fassungslosigkeit und tiefe Betroffenheit.“
Träger war auch Vorsitzender der bayerischen SPD-Landesgruppe im Bundestag. Bei der vorzeitigen Neuwahl im vergangenen Jahr war er als Spitzenkandidat in Bayern ins Rennen gegangen. Er habe „unserer Partei Gesicht, Stimme und Richtung gegeben. Sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit, für Zusammenhalt und für eine nachhaltige Zukunft hat weit über Bayern hinaus gewirkt“, schrieb die BayernSPD in einem Nachruf. Die Partei verliere nicht nur einen herausragenden Politiker, sondern einen aufrichtigen Menschen, einen verlässlichen Genossen und einen engen Freund. „Seine Zugewandtheit, seine Menschlichkeit und seine Lebensfreude haben ihn ausgezeichnet und werden uns unvergessen bleiben“, hieß es außerdem in dem Nachruf.
Endres und Roloff: Träger war Freund, Ratgeber und Vorbild
Für die Landesvorsitzenden Ronja Endres und Sebastian Roloff habe Träger die bayerische Sozialdemokratie geprägt wie nur wenige. „Mit großer Klarheit und zugleich mit Wärme und Respekt im Umgang mit anderen hat er für unsere Werte gestritten. Als Umweltpolitiker hat er früh erkannt, dass ökologische Fragen immer auch soziale Fragen sind – und genau dafür hat er gekämpft. Sein Tod hinterlässt eine schmerzliche Lücke – politisch wie menschlich“, kommentierten Endres und Roloff.
Träger sei Freund, Ratgeber und Vorbild gewesen. „Sein Engagement für die BayernSPD wird uns Verpflichtung und Ansporn zugleich bleiben“, so Roloff und Endres.
ist Redakteur des „vorwärts“. Er hat Politikwissenschaft studiert und twittert gelegentlich unter @JonasJjo