Bettina König: Das ist die designierte Co-Vorsitzende der SPD Berlin
Die künftige Doppelspitze der SPD Berlin ist komplett: Neben Steffen Krach nominierte der Landesvorstand die Abgeordnete Bettina König als Co-Vorsitzende. Die beiden kennen sich bestens. Das hat auch mit der Corona-Pandemie zu tun.
Stefan Boness/IPON
Neues Führungs-Duo der Berliner SPD: Bettina König und Spitzenkandidat Steffen Krach.
Steffen Krach ist seit dem 22. November als künftiger Vorsitzender der SPD Berlin gesetzt. Vorübergehend war von einer One-Man-Show des Spitzenkandidaten bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 die Rede, doch damit ist es nun vorbei. Am Montag wurde neben Krach auch Bettina König einstimmig für den Vorsitz nominiert. Was ist über die 47-Jährige bekannt?
Bettina König: von der Bezirkspolitik ins Abgeordnetenhaus
Seit dem Jahr 2021 ist Bettina König gesundheitspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, dem sie seit 2016 angehört. Sie ist Mitglied der Ausschüsse für Wissenschaft und Forschung, für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie für Sport. Seit dem Jahr 2022 ist sie Beisitzerin im Landesvorstand der SPD Berlin. Bei der Abgeordnetenhauswahl führt König die SPD-Liste im Bezirk Reinickendorf an.
Genau dort liegen nämlich ihre politischen und persönlichen Wurzeln. Von 2009 bis 2015 war die Diplom-Kauffrau Referentin der SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf. Die zweifache Mutter engagierte sich insbesondere in den Arbeitsgemeinschaften für Arbeit (AfA) und im Gesundheitswesen (ASG). Zudem hatte sie verschiedene Ämter inne, darunter das der ausbildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion.
Bei ihrer Vorstellung im Landesvorstand bekräftigten König und Krach, dass sie den Zusammenhalt in der Partei stärken wollen. „Wir treten gemeinsam an, um unsere Partei zusammenzuführen und die SPD wieder zur stärksten Kraft in Berlin zu machen“, so König laut einer Mitteilung der SPD Berlin. Als Vorsitzende wolle sie „fröhlich, selbstbewusst und optimistisch“ agieren.
Bettina König: „Berlin braucht eine Sozialdemokratie, die eine klare Sprache spricht“
Sie sei eine „sehr linke Frau“, aber auch „sehr pragmatisch“, sagte die Abgeordnete laut dem „Tagesspiegel“ bei einem Pressestatement am Montag. Berlin brauche eine Sozialdemokratie, die anpacke, die Probleme der Leute kenne, eine klare Sprache spreche und vor allem das Ziel habe, das Leben der Menschen besser zu machen, so König.
Letzteres verfolgte König bereits als Abgeordnete, sagte Krach über seine designierte Amtskollegin. Er kenne König seit vielen Jahren, sie hätten viel und eng zusammengearbeitet, Berichten zufolge vor allem während der Corona-Pandemie im Gesundheitsausschuss. Damals war Krach Wissenschaftsstaatssekretär.
Krach ergänzte: „Wir wollen unsere Partei voranbringen, so wie wir Berlin voranbringen wollen: Entschlossen in der Sache, optimistisch in der Haltung und mit einer Wertschätzung für die Vielfalt. Die klare Nominierung heute gibt uns Aufwind für die kommenden Monate.“ Und: „Wir bewerben uns um das Vertrauen unserer Partei, weil wir das Vertrauen der Berlinerinnen und Berliner für die SPD zurückgewinnen wollen. Das schaffen wir, wenn wir als Partei zusammenhalten und respektvoll zusammenarbeiten. Das sehen wir als unseren Auftrag.“
Steffen Krach: „Wir werden zeigen, dass es sich lohnt für die Demokratie zu kämpfen“
„Wir stehen vor einem entscheidenden Wahljahr, nicht nur für die SPD, sondern für unsere Demokratie“, so Krach. „Wir werden als SPD zeigen, dass wir unsere Stadt mutig weiterentwickeln und wieder sozialer, sauberer, sicherer und bezahlbarer machen können. Wir werden zeigen, dass es sich lohnt für die Demokratie zu kämpfen und für eine freie, tolerante und weltoffene Metropole Berlin einzustehen. Dafür zieht die SPD Berlin an einem Strang.“
König und Krach folgen auf Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel. Beide hatten ihr Spitzenamt im Mai 2024 übernommen. Am 30. November traten sie zurück. Seitdem führt Krach den Landesverband kommissarisch.
Die Wahl der neuen Vorsitzenden soll auf dem Landesparteitag am 8. und 9. Mai 2026 erfolgen.