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Teurer Sprit: Warum durch den Iran-Krieg die Energiepreise steigen

3. March 2026 15:39:48
Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise in Europa in die Höhe, Verbraucher*innen bekommen das aktuell an den Zapfsäulen zu spüren. Wieso ist das so und was kann man dagegen tun?
Auch an dieser Tankstelle in München machen sich die Preissteigerungen bemerkbar.

Auch an dieser Tankstelle in München machen sich die Preissteigerungen bemerkbar.

Die Eskalation im Konflikt zwischen Iran, Israel und den USA macht sich an den Zapfsäulen bemerkbar. Die Ölpreise sind am Dienstag den dritten Tag in Folge kräftig gestiegen. Dadurch klettern auch die Preise für Benzin, Kerosin und Diesel sowie Gas und Heizöl.

Wie sehr steigen die Preise?

Aktuelle Angaben sind kaum möglich, da die Preise im Tagesverlauf schwanken. Der Ölpreis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent beispielsweise lag am Dienstagmorgen bei mehr als 80 US-Dollar und verteuerte sich damit gegenüber dem Vortag um bis zu 3,5 ​Prozent. Zum Wochenende war er zeitweise auf bis zu 82,37 Dollar gestiegen. 

Das hat unmittelbaren Einfluss auf die Spritpreise an den Tankstellen. Laut ADAC war Superbenzin der Sorte E10 mit 1,839 Euro pro Liter im bundesweiten Durchschnitt am Montag um 7,3 Cent teurer als am Freitag. Bei Diesel waren es 8,1 Cent, der Liter kostete am Montag im Durchschnitt 1,816 Euro. Das sind die höchsten Werte seit rund zwei Jahren.

Seit Beginn der Woche hat Katar Exporte an LNG-Flüssiggas eingestellt. Dadurch hat sich der Referenzpreis für Erdgas übers Wochenende um fast die Hälfte erhöht. Den Angaben des Portals HeizOel24 zufolge lag der Durchschnittspreis für einen Liter Heizöl vor einer Woche noch unter 97 Cent. Am Dienstagnachmittag waren es 1,28 Euro.

Wieso steigen die Preise so stark?

Die Preissteigerungen hängen mit den gestiegenen Rohölpreisen zusammen, da der Konflikt den Öltransport in der Förderregion behindert. Am Dienstag verkündete Teheran die faktische Schließung der Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Damit ist eine der wichtigsten Handelsroute blockiert. Rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passieren die Straße täglich, ebenso ein Fünftel des Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG).

Berichten zufolge lagen am Sonntag mehr als 200 Schiffe, darunter Öl- und Gastanker, vor der Meerenge vor Anker. Den iranischen Revolutionsgarden zufolge wurden bereits drei Tanker aus den USA und Großbritannien mit Raketen getroffen. Reedereien und Behörden bestätigten das. Iran droht weiter mit dem Beschuss von Schiffen.

Das hat Einfluss auf den wahrgenommenen Risikoaufschlag an den Energiemärkten und damit auf die Preise an den Börsen. Dadurch stehen Aktienkurse weltweit unter Druck, der Dax stand am Montagnachmittag mit mehr als zwei Prozent im Minus.

Wie geht es jetzt weiter?

Analyst*innen rechnen mit weiter steigenden Preisen, falls der Konflikt andauert. Laut der Investmentbank Bernstein sind Preise für das Brent-Öl von 120 bis 150 Dollar möglich. Das Risiko dürfte steigen, wenn Iran zusätzlich die Energieinfrastruktur in der Region in den Blick nimmt und gezielt attackiert. So musste Saudi-Arabien am Montag nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie schließen.

„Ich befürchte, dass es an den Zapfsäulen noch weiter nach oben geht“, teilte der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer, mit. Er erwartete am Dienstag noch mal einen weiteren Anstieg. Laberer riet zu Tanken am Abend, da dann die Preise in der Regel günstiger sind. Autofahrer*innen müssen sich allerdings auf längere Wartezeiten einstellen.

Was kann man gegen die Preissteigerungen tun?

Das Ölkartell OPEC+, dem 14 Erdöl exportierende Länder im Nahen Osten angehören, hat eine geringfügige Fördererhöhung beschlossen. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) teilte mit, sie beobachte die Lage, um im Notfall strategische Ölreserven freigeben zu können. Wenn mehr produziert wird, erhöht das die Hoffnungen auf gemäßigtere Preise, allerdings müssten auch diese eine Handelsroute nach Europa passieren. Laut ADAC-Experte Laberer dauert es grundsätzlich länger, bis Preissenkungen an den Zapfsäulen ankommen, als das bei Preissteigerungen der Fall ist.

Kann es zu Versorgungsengpässen kommen?

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie teilte mit, Versorgungsengpässe seien nicht zu befürchten, „weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff“. Deutschland beziehe Rohöl aus rund 30 Ländern, Hauptlieferländer seien Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.

Unabhängig von dem Konflikt in Iran waren die europäischen Gasspeicher Ende Februar aufgrund des harten Winters bereits nur noch zu 30 Prozent gefüllt – ein Jahr zuvor waren es 62 Prozent. 

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mahnte mit Blick auf die Gasversorgung zu Gelassenheit, denn Deutschland beziehe Gas vor allem über Pipelines aus Norwegen und Belgien und Flüssiggas überwiegend aus den USA und Kanada. Preissteigerungen seien grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Angesichts des meteorologischen Frühlingsanfangs dürften auch die Preissteigerungen beim Heizöl Verbraucher*innen weniger hart treffen. 

Autor*in
Lea Hensen
Lea Hensen

ist Redakteurin des „vorwärts“.

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