Das sind die 13 Mitglieder der neuen Rentenkommission
Bis Mitte 2026 soll sie Vorschläge zur Finanzierung der Rente machen. Am Mittwoch hat die Bundesregierung die Rentenkommission eingesetzt. Auch aus der SPD ist eine Bundestagsabgeordnete vertreten.
IMAGO/Andreas Gora
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesarbveitsministerin Bärbel Bas (SPD) haben die beiden Vorsitzenden der Rentenkommission vorgeschlagen
Viel Zeit bleibt ihnen nicht. Die von der Bundesregierung am Mittwoch, 17. Dezember, eingesetzte Rentenkommission, genauer: „Alterssicherungskommission“, soll im Januar ihre Arbeit aufnehmen und zum Ende des zweiten Quartals 2026 Vorschläge für Reformen der Rente vorlegen. Insgesamt besteht sie aus 13 Mitgliedern.
Annika Klose als Vize für die SPD
Den Vorsitz übernehmen die Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda und Frank-Jürgen Weise, ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit. Die beiden Co-Vorsitzenden wurden vom Bundeskanzleramt und dem Bundesarbeitsministerium einvernehmlich vorgeschlagen. Constanze Janda wurde auf Vorschlag der SPD in die Kommission berufen. Sie ist Juristin und Professorin an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer. Als Vorsitzende des Sozialbeirats im Bundesministerium für Arbeit und Soziales gilt die 49-Jährige als Expertin, denn in dieser Funktion ist sie unter anderem zuständig für das Gutachten zum jährlichen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung.
Der 74-jährige Frank-Jürgen Weise kommt auf Vorschlag der Union. Er ist bekannt als ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit, die er von 2004 bis 2017 leitete. Von September 2015 bis Jahresende 2016 war er zugleich Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Weise ist Mitglied der CDU.
Acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Neben Janda und Weise werden drei Bundestagsabgeordnete von CDU, CSU und SPD als stellvertretende Vorsitzende sowie acht Wissenschaftler*innen in der neu gegründeten Kommission vertreten sein.
Für die SPD-Fraktion wird Annika Klose in der Kommission vertreten sein. Die 33-Jährige ist Sprecherin der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales sowie Mitglied der Begleitgruppe zur Kommission zur Sozialstaatsreform. Für die Fraktion der CDU vertritt Pascal Reddig Mitglied die Kommission. Der 30-Jährige ist Vorsitzende der Jungen Gruppe, die das von der Koalition beschlossene Gesetz zur Rentenreform beinahe zum Scheitern gebracht hätten. Das Rentenpaket 2025 konnte Anfang Dezember mit knapper Mehrheit der Regierungsparteien trotzdem verabschiedet werden. Ebenso wie Annika Klose ist Pascal Reddig Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Für die CSU-Fraktion wird Florian Dorn teilnehmen. Der 39-Jährige ist seit diesem Jahr im Bundestag, dort stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales und ist ebenfalls Mitglied der Jungen Union.
Expert*innen aus Wirtschaft und Sozialpolitik
Auch die acht Wissenschaftler*innen kommen auf Vorschlag der Regierungsparteien. Die SPD setzt hier auf die Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Camille Logeay, und auf die Volkswirtin und Politikwissenschaftlerin Monika Queisser. Queisser leitet bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) die Abteilung Sozialpolitik. Mit dabei ist ebenso der Volkswirtschaftler Peter Bofinger, von 2004 bis 2019 Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, und der Ökonom Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes.
Die Union entsendet als Mitglied den Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen Martin Werding, seit 2022 auf Vorschlag der Arbeitgeber Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sowie den Wirtschaftswissenschaftler Jörg Rocholl. Rocholl ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesministerium der Finanzen. Hinzu kommen die Finanzwissenschaftlerin Tabea Bucher-Koenen, die in Mannheim den Forschungsbereich Altersvorsorge am Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung leitet und Silke Übelmesser, ebenfalls Finanzwissenschaftlerin, mit Lehrstuhl an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Sie ist zudem Forschungsprofessorin am ifo Institut für Wirtschaftsforschung.
Mehrheitsbeschluss möglich
Nach einem Leben voller Arbeit im Alter gut abgesichert zu sein, sei das Kernversprechen des Sozialstaats, erklärte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) im Anschluss an die Bekanntgabe. Deshalb sei es wichtig, dass „die Alterssicherung tragfähig, solide und belastbar ist“. Die Kommission müsse nun diskutieren, in welcher Weise hierfür Anpassungen an den drei Säulen der Altersvorsorge erfolgen müssen: damit gemeint sind die gesetzliche, die betriebliche und die private Altersvorsorge.
Die Mitglieder der Rentenkommission sollen Vorschläge für Reformen der Alterssicherung diskutieren und der Bundesregierung vorlegen. Am Ende entscheidet der Bundestag über die entsprechenden Gesetzentwürfe. „Die Kommission soll ihre Beschlüsse im Konsens fassen“, heißt es im Beschlusspapier des Koalitionsausschusses vom 27. November. „Bei Meinungsverschiedenheiten ist ein Mehrheitsbeschluss möglich.“
Das Bundearbeitsministerium gab zudem bekannt, dass Vertreter*innen der Deutschen Rentenversicherung als Sachverständige an allen Sitzungen teilnehmen.
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.
Bei dieser Zusammensetzung von Professoren, Juristen, Pensionären und Mitgliedern des Bundestages soll denn was bitte herauskommen? Seit Jahrzehnten werden vor jeder Wahl großartige Versprechungen gemacht, diesen schon genauso langen vorhersehbaren Zustand zu ändern. Jetzt sind doch einige wach geworden, weil sich die Parteiensituation gewaltig geändert hat. Unter Druck setzt man dann so eine Kommission ein, die nur aus Mitgliedern besteht, die nie eine Rente erhalten werden, sondern wohlig den Ruhestand als Pensionär genießen werden. Kann man den Rentnern, die von Niedrigrenten noch mehr vor den Kopf stoßen? Was soll denn dabei herauskommen? Ich sage es Ihnen, noch mehr AfD Wähler. Frei nach Roger Klöppel möchte ich daran erinnern, Politiker werden vom Steuerzahler bezahlt, es sind Dienstleister. Glauben Sie mir, die Veränderungen werden mit den kommenden Wahlen in den neuen Ländern über uns hereinbrechen.
Beste Grüße und schlaft weiter.
Walter Pannewig
Sehr guter Kommentar, besser hätte ich es nicht beschreiben können. Leider entfernen sich die "Politprofis" immer mehr von der arbeitenden Bevölkerung!
Wenn ich die Diskussion um den Renteneintritt nach aktiver Einzahlung in die Versicherung betrachte ist das aus meiner Sichte eine Ablenkung vom eigentlichen Problem, es sollte ein Quotient/Faktor aus Versicherungszeit und Lebensalter gebildet werden um möglichst vielen gerecht zu werden, warum immer nur schwarz und weiß?
Ich finde es gut, dass Peter Bofinger Mitglied dieser Kommission ist. Er hat früher im sogenannten Sachverständigenrat immer eine sehr gute Arbeit geleistet und oft Minderheitenvoten abgegeben, weil er die neoliberalen Ideen seiner konservativen Kollegen nicht mittragen konnte. Von seinem Nachfolger ist dergleichen nichts bekannt.
Bleibt zu hoffen, dass die Rentenkommission sich endlich dazu durchringt, einige notwendige grundsätzliche Änderungen in der Rentenpolitik (z.B. Einbeziehung der Beamten und Selbständigen in die ges. Rentenversicherung, Herausnahme der versicherungsfremden Leistungen) anzugehen und diese auch durch die Politik umgesetzt werden.
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Ich bin 1957 geboren, war mit zwei kleinen Kindern alleinerziehend u. beziehe 1.367,74 € Vollrente. Meine Mietkosten belaufen sich auf 910 € kalt. Deshalb muss ich den Vollzeitjob weiterarbeiten. Ist das die Rente die ich genießen können soll? Das Renteneinkommen und mein Vollzeitjob werden komplett besteuert. Ich komme mit den laufenden Steuerzahlungen an das Finanzamt garnicht mehr nach. Ich wollte niemals vom Staat leben. Wenn ich jetzt nicht mehr arbeiten kann muss ich wohl oder übel aus der Wohnung raus und dann wohin? Es gibt keine Wohnungen die günstig sind. Es ist der helle Wahnsinn! Und das im Rentenalter. Bravo, liebe Politiker aus
Deutschland. Die Pension wird ja Gott sei Dank aus dem Rententopf bezahlt, den ich mit erwirtschaftete in 46 Jahren Arbeitsleben und alleinerziehend mit 2 Söhnen, die auch noch nie arbeitslos waren.
Die Annahme, Pensionen für Beamte würden aus der Rentenkasse bezahlt, ist falsch. Beamte im Ruhestand beziehen ihre Altersversorgung aus einer gesonderten Pensionskasse, in die öffentliche Arbeitgeber einzahlen.
Aus meiner Sicht wieder sehr Theorielastig!
Die „Hochschulexperten“ können sicher Zahlen durchrechnen; allerdings fehlt Ihnen in aller Regel der Bezug zu der arbeitenden Bevölkerung. Sie geraten regelmäßig in Verdacht, Ihre eigene Klientel ( Professoren, Beamte…),
komplett aus der ebenfalls höchst erforderlichen Reform der Pensionen herauszuhalten.
Keine Rentenreform ohne Reform der Pensionen.
Alle Erwerbstätigen haben solidarisch in ein System für alle einzuzahlen!
Bisher sind nur ca.50 % des deutschen Volkeeinkommens an dieser sozialen Aufgabe beteiligt. Das glauben Sie nicht? Dann recherchieren Sie ernsthaft: Vermögenseinkommen und alle Arten "Geld aus Geld" machen. Bodenrenten, Miet- und Pachteinnahmen, Die Beitragsbemessungsgrenze die nur noch beim ca. dem 1,5 fachen des Durchschnittslohnes liegt, befreit gerade die stärksten. Wenn da nichts geändert wird!
Die Zusammensetzung der Kommission lässt, begleitet von reichlich medial-orchestrierten Märchen über "die Unbezahlbarkeit" der künftigen Renten, das Schlimmste für Otto-Normal-Rentner befürchten. Der größte Teil der spitzfindigen Diskussionen wird sich um Riester-ähnliche Produkte der Finanzwirtschaft drehen, auf eine breitere "Basis" der Rentenversicherung durch schrittweises Abschaffen der "Ärzte- Juristen- Beamten- und sonstigen Solidaritätsvermeidungs-Versorgungswerke" und die vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuereinnahmen dürfen Rentner*innen weiterhin nur "hoffen". Das ist vergleichbar "demokratiefördernd" wie die Entscheidung der Wahlprüfungskommission des BT, eine erneute Auszählung der BT-Wahlstimmen aus machtpraktischen und persönlichen Gründen abzulehnen. Wiedereinmal wird der Bock zum politischen Gärtner, drum blühen gerade unsere Landschaften auch so pächtig. Es ist die aktive Verweigerung politischer Veränderung. Das kann nur schiefgehen.
Wenn ich das richtig sehe, ist kein Mitglied der Rentenkommission selbst in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert, oder? Die Vertreter der Deutschen Rentenversicherung sind nur als Sachverständige geladen, sprich diejenigen, die jeden Tag das Rentenrecht umsetzen und erklären müssen, sitzen lediglich am Katzentisch.
Irgendwie bleibt bei der Zusammensetzung ein "Geschmäckle": Steht das Ergebnis womöglich schon längst fest und die Kommission dient nur als Feigenblatt, auf welches die Politik dann verweisen kann, wenn sie uns erklärt, dass wir länger arbeiten und weniger Rente bekommen werden?