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Neuer Imperialismus der USA: Trump und die verhängnisvolle Monroe-Doktrin

12. January 2026 08:53:42

Das Zeitalter des US-Imperialismus erlebt eine Wiederauferstehung: Für Donald Trump gilt nicht das Völkerrecht, sondern das Recht des Stärkeren. Dabei beruft sich der US-Präsident auf die Monroe-Doktrin von 1823. Expert*innen warnen vor gefährlichen Folgen – auch für Europa.

Gegen Trump: Demonstrant*innen gehen am 10. Januar 2026 im Regierungsviertel Londons auf die Straße, um gegen Trumps Militäreinsatz in Venezuela zu protestieren.

Gegen Trump: Demonstrant*innen gehen am 10. Januar 2026 im Regierungsviertel Londons auf die Straße, um gegen den Militäreinsatz in Venezuela zu protestieren.

Die meisten werden noch nichts von ihr gehört haben, von der sogenannten Monroe-Doktrin. Marilyn Monroe kennt man, aber den US-Präsidenten James Monroe? Er hatte die nach ihm benannte Doktrin 1823, also vor über 200 Jahren, im US-Kongress verkündet. Danach duldeten die USA keine Einmischung der Europäer oder anderer Mächte in die Angelegenheit Nord- und Südamerikas. „Amerika den Amerikanern!“, lautete die Parole damals.

Doch bereits im 19. Jahrhundert wurde klar, was wirklich gemeint war: „Amerika den US-Amerikanern!“ Die zunächst defensiv angelegte Doktrin entwickelte sich immer mehr zu einer aggressiven Strategie der Expansion und Invasion. Besonders im 20. Jahrhundert, in der Systemkonkurrenz zum Kommunismus, behandelten die USA Lateinamerika wie ein Protektorat, das sie mit allen Mitteln – auch militärischen – vor den Kommunisten schützen wollten.

Das unheimliche Comeback der Monroe-Doktrin

Diese Doktrin erlebt nun unter der Präsidentschaft Donald Trumps ein unheimliches, noch vor kurzem nicht für möglich gehaltenes Comeback. Es findet nicht weniger als einen Epochenbruch statt. Hatte die Regierung von Präsident Barack Obama 2013 noch betont, „die Ära der Monroe-Doktrin ist vorbei“, so nahm sie Trump im Dezember 2025 als Kernbestandteil in die Nationale Sicherheitsstrategie auf.

Und die Folgen davon bekommt die Welt zu spüren: Es begann mit der von vielen nicht ernst genommenen „Umbenennung“ des „Golfs von Mexiko“ in „Golf von Amerika“. Oder dem Plan, Kanada solle Teil der USA werden. Es mündete schließlich in einen Militäreinsatz wie jüngst in Venezuela. Mit Waffengewalt und militärischen Drohungen, mit Wirtschaftssanktionen und Strafzöllen, aber auch mit milliardenschwerer finanzieller Unterstützung setzen die USA in Lateinamerika ihre Interessen durch. 

Zuckerbrot und Peitsche aus Washington

Eine Politik von Zuckerbrot und Peitsche. Das Zuckerbrot erhalten dabei gleichgesinnte, rechtsautoritäre Politiker wie Argentiniens Präsident Javier Milei oder der neu gewählte chilenische Präsident José Antonio Kast Rist. Die Peitsche gibt es für alle, die sich Trumps Willen nicht beugen wie Nicaragua, Kuba und Venezuela.

Bernd
Greiner

Nach Mafia-Art, genauso betreibt Trump seine Politik.

Die von Trump reaktivierte Monroe-Doktrin nannte die „New York Post“ deshalb jüngst „Donroe-Doktrin“, bezugnehmend auf den Vornamen des Präsidenten Donald. „Der Begriff Donroe-Doktrin klingt ja schon nach Don Corleone, nach Mafia-Art“, so der Politikwissenschaftler und Amerikanist Bernd Greiner gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. „Und genauso betreibt Trump seine Politik. Die Unberechenbarkeit ist seine Hauptwährung mit Erpressung, Einschüchterung, wie bei Mafiabanden, die sich im Krieg um das Terrain in seiner Stadt befinden.“

Wird Grönland zur nächsten Beute Trumps?

Neues Terrain als Ziel der USA. Genauso versucht Trump nach seinem Coup in Venezuela die Kontrolle über das öl- und rohstoffreiche Grönland zu übernehmen. „Wir brauchen Grönland“, erklärt er immer wieder. Die Politik von Zuckerbrot und Peitsche brachte Trump in der Grönland-Frage vor Journalist*innen so auf den Punkt: „Ich würde gerne eine Einigung erzielen, auf die einfache Art. Aber wenn wir es nicht auf die einfache Art machen können, werden wir es auf die harte Art machen.“

Das kleine Dänemark soll durch permanente Drohungen eingeschüchtert und zur Kapitulation gebracht werden. Die Europäer nimmt die Trump-Regierung auch in der Grönlandfrage nicht ernst. Ihre Solidaritätsbekundungen mit Kopenhagen sind für Washington so lange irrelevant, wie die Bereitschaft der Europäer fehlt, sich für die Verteidigung Grönlands nicht nur mit schönen Worten zu engagieren, sondern auch wirtschaftlich und im äußersten Notfall auch militärisch.

Alicia
Garcia-
Herrero

Trump bestätigt die Weltanschauung von Putin.

Wie sehr die Monroe-Doktrin, die sich eigentlich auf Nord- und Südamerika bezieht, eine Gefahr für Europa ist, betont die Ökonomin Alicia Garcia-Herrero vom Institut Bruegel. Im online-Magazin „Makronom“ sieht sie die US-Operation in Venezuela in ihrer „Logik für Europa erschreckend“. Denn Trumps Machtdemonstration, sich einfach zu nehmen, was er wolle, „bestätigt die Weltanschauung des russischen Präsidenten Wladimir Putin“. Garcia-Herrero stellt die Frage: „Warum sollte Moskau, das nun durch Washingtons Missachtung internationaler Normen ermutigt ist, nicht europäische Ziele angreifen?“

Wenn Europa nicht handelt, übernimmt Russland

Venezuela sollte für Europa ein Weckruf sein, so die Autorin, entschlossen für eine einheitliche Außenpolitik und eine gemeinsame Armee einzutreten. Wenn Europa nicht handele, „wird Russland das Vakuum in Osteuropa und auf dem Balkan füllen“. Und nicht nur da, ist zu befürchten.

Für den Historiker Phillips Payson O’Brien wird niemand die immer mehr zerbrechende regelbasierte Weltordnung retten, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht zuletzt von den US-Amerikanern geschaffen wurde. „Die USA werden es nicht tun. Die Vereinten Nationen können es nicht“, so O’Brien im „Spiegel“. Für Europa und die Welt hat er nur einen Rat: „Jeder muss sich selbst behaupten – oder untergehen.“

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Gespeichert von max freitag (nicht überprüft) am Mo., 12.01.2026 - 11:51

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Besatzungstruppen (hätte ich fast gesagt). Wenn sie keine Bündnispartner (mehr) sind bzw sein wollen, dann gibt es keinerlei Veranlassung, die US Truppen hier im Lande zu dulden. Parallel dazu eigene atomare Befähigung herstellen, im Konzert der EU

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