Der Bundestag billigte heute die lange umstrittene Einführung der steuerlich geförderten Real Estate Investment Trusts (Reits). Damit können Anleger künftig auch in Deutschland in neue
börsennotierte Immobilien-Aktiengesellschaften investieren. Mit dem in über 20 Ländern gängigen Finanzmarkt-Instrument soll es vor allem Unternehmen erleichtert werden, stille Immobilien-Reserven
zu heben.
Die Gegner der Reits hatten vor Steuerausfällen und negativen Auswirkungen für den Wohnungsmarkt gewarnt. Nach einem Kompromiss wurden vor 2007 errichtete Wohnimmobilien mit Rücksicht auf den
Mieterschutz von Reits ausgeschlossen.
Bei Reits handelt sich um börsennotierte Aktiengesellschaften, die größtenteils in Immobilien investieren, mit denen sich hohe Erträge erzielen lassen. Anders als Anteile an Immobilienfonds
können börsennotierte Reits wie Aktien gehandelt werden. Der deutsche Immobilienmarkt ist der größte in Europa und gilt unter Finanzinvestoren angesichts eines potentiellen Kapitals von rund sieben
Billionen Euro als besonders lukrativ. Nach dem Gesetzentwurf sollen Steuern nicht auf die Gewinne der Reits-Gesellschaften sondern auf die Gewinnausschüttungen beim Anleger erhoben werden. Die
Trusts sind damit ein Instrument für Immobilienbesitzer, ihre Bestände steuerschonend an die Börse zu bringen und stille Reserven freizusetzen
Die Zustimmung des Bundesrats in einer Woche zu dem neuen Anlageprodukt, das rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres zugelassen werden soll, gilt als sicher.
Siehe zum Thema auch DEMO 11/06, S. 42 f, u.a. Interview mit Ortwin Runde, MdB
Quelle: ARD-Tagesschau, 23. März 2007
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