Menschen, die in den 90er Jahren an Mundkrebs erkrankt waren, hatten eine Heilungschance von 50 zu 50. Wer es heute zu tun hat mit einem bösartigen Tumor im Unterkiefer oder auf der Zunge, ist
viel besser dran, 8 von 10 Patienten können geheilt werden.
Ein schönes Resultat der medizinischen Forschung? Ja, zum Teil, aber so eindrucksvoll besser sind die neuen Behandlungstechniken und Untersuchungsverfahren statistisch bewertet nun auch
wieder nicht.
Eine bessere Ausbildung von Medizinern und Pflegekräften? Ja, wohl auch, aber warum sollte sich dieser Effekt dann nur für Patienten mit Mundkrebs auswirken.
Woran liegt die viel bessere Heilungschance in heutigen Tagen also dann? Der wesentliche Grund: Heute kommen viel mehr Menschen in einem sehr frühen Stadium und mit einem noch kleinen Tumor
zur Behandlung, als vor 10 Jahren. Je kleiner aber der Krebs ist, desto besser kann er zumeist geheilt werden. Die Zauberformel heißt: Früherkennung plus Frühbehandlung gleich gute Chancen.
Gute Politik nützt!
Gute Politik belässt es nicht bei Zauberformeln: Die politische Entscheidung zur Einführung des Recall-Systems, also der regelmäßigen Einbestellung in die Zahnarztpraxen für eine gründliche
Routineuntersuchung von Zähnen und Zahnfleisch, hat nebenher auch die Früherkennung von Tumoren erheblich verbessert. Wenn für viele Menschen mit Mundkrebs heute in Deutschland also gute
Heilungsaussichten bestehen, dann ist das nicht so sehr dem Fortschritt in Medizin, Biotechnologie und Naturwissenschaften geschuldet - enttäuschte Gesichter in manchen Operationssälen und
Forschungslaboratorien, pardon! - , sondern ganz wesentlich ein Ergebnis guter politischer Arbeit.
ScanBalt-Akademie ehrt Zusammenhangsdenker
Harald Ringstorff gehört zu diesen herausragenden Politikern, die solche Zusammenhänge früh erkennen. Für die oben beschriebene, nur beispielhafte Studie hatte der ehemalige
SPD-Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern natürlich die Schirmherrschaft übernommen. Das Konzept zum Gesundheitsland Nummer eins in Mecklenburg-Vorpommern entstand an seinem
Kabinettstisch.
In Schweden, Norwegen, Finnland und Estland hat der promovierte Chemiker in zehn Jahren wohl jede Universität mit biotechnologischem Schwerpunkt besucht. Im März 2008 eröffnete er das
ScanBalt-Haus in Schwerin, einen Fußweg vom Landtag und der Staatskanzlei entfernt, kein Elfenbeinturm, die Adresse heißt "Invest in M-V!". Vor wenigen Tagen hat die ScanBalt-Akademie jetzt
diesen Zusammenhangsdenker von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik als Fellow in ihren Kreis aufgenommen. Gratulation, Harald!
Was die ScanBalt-Academy ist und wer bislang dazu gehörte:
http://www.scanbalt.org/sw14977.asp
SCAN BALT BRIDGE AWARD
Am 5. Oktober 2009 wird in Stockholm der ScanBalt Bridge Award verliehen.
Der ScanBalt Bridge Award soll länder- und fächerübergreifende Leistungen in den Lebenswissenschaften auszeichnen, insbesondere wo sie wegweisend sind für
ein kluges Zusammenwirken von Ökologie und Ökonomie. Er wendet sich an Forschergruppen, die den Ostseeraum überbrücken. Der Preis wird verliehen für internationale Kooperationsprojekte mit
Schwerpunkten in Biotechnologie, Medizin oder Gesundheitswirtschaft.
Zur Bewerbung eingeladen sind wissenschaftliche Arbeitsgruppen, internationale Kooperation im Ostseeraum ist eine Voraussetzung. Die Arbeitsgruppen können
sich selbst bewerben oder sie werden aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im Ostseeraum, der ScanBalt-BioRegion, vorgeschlagen und dann von ScanBalt zur Bewerbung angeregt.
Mehr Informationen:
http://www.scanbalt.org/
http://www.life-science-nord.net/scanbalt/
Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann, Direktor der Universitätsklinik für MKG-Chirurgie/Plastische Operationen der Universität Greifswald, ist Vorsitzender von ScanBalt seit 2007, war
Wissenschaftsminister in Mecklenburg-Vorpommern von 2002-2006 und zuvor Rektor der Universität Greifswald.
metelmann(at)uni-greifswald.de
Mehr Informationen zum Netzwerk ScanBalt:
ScanBalt, Arne Jacobsens Alle 15, 2, 2300 Copenhagen (DK),
www.scanbalt.org