Norweger Jon Fosse: Das ist der diesjährige Literatur-Nobelpreisträger
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Nein, es ist nicht so, wie der „Postillon“ am frühen Nachmittag über X, ehemals Twitter, postete: „++ Eilmeldung: Literaturnobelpreis geht an ChatGPT“ hieß es dort. Statt der Künstlichen Intelligenz zeichnet die Schwedische Akademie in Stockholm den Norweger Jon Fosse mit der wohl wichtigsten literarischen Auszeichnung der Welt aus, dem diesjährigen Nobelpreis für Literatur.
Meistgespielter Dramatiker der Welt
Er werde „für seine innovativen Theaterstücke und Prosa geehrt, die dem Unsagbaren eine Stimme geben“, heißt es in der Begründung des Nobelpreis-Komitees. Fosse verbinde „starke lokale Bindungen, sowohl sprachlich als auch geografisch, mit modernistischen künstlerischen Techniken. Zu seinen Vorbildern zählen Namen wie Samuel Beckett, Thomas Bernhard und Georg Trakl. Bescheinigt werden Fosse vom Komitee zudem seine „große Wärme und Humor sowie eine naive Verletzlichkeit gegenüber seinen nüchternen Bildern menschlicher Erfahrung“. Dabei besteht Fosses umfangreiches Werk aus einer Fülle von Theaterstücken, Romanen, Gedichtsammlungen, Essays, Kinderbüchern und Übersetzungen. Der Norweger gilt heute als einer der meistgespielten Dramatiker der Welt, wird jedoch zunehmend auch durch seine Prosa bekannt.
Fosse, der schon schon im Vorfeld als einer der Favoriten für den Nobelpreis galt, wurde 1959 in Haugesund an der norwegischen Westküste geboren. Sein Debütroman „Raudt“ stammt aus dem Jahr 1983 und beschäftigt sich mit dem Thema Selbstmord.
Der Literatur-Nobelpreis ist mit elf Millionen Schwedischen Kronen, aktuell rund 950.000 Euro, dotiert und wird im Dezember in Stockholm verliehen. Von 1901 bis 2022 wurden insgesamt 115 Literaturnobelpreise an 119 Personen vergeben. Im vergangenen Jahr ging der Literaturnobelpreis an die französische Schriftstellerin Annie Ernaux.
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.