Kultur

Der Tod wohnt nebenan. – Spukgeschichten und Songs aus der großen Stadt

von Dagmar Günther · 30. März 2006
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Nachdem die Gäste im Obergeschoss des ehemaligen Luftschutzbunkers und heutigen Gruselkabinetts auf einem seltsamen Friedhof, beim Ku-Klux-Klan, mit Spinnen, Kakerlaken und "echten" Gespenstern das Gruseln bereits ein wenig gelernt hatten, griff Luci van Org in die Saiten ihrer E-Gitarre. Mit unvergleichlich kraftvoller Stimme röhrte sie von Liebe, Fluch und Tod.



Dann schlug sie andere Seiten auf, nämlich die ihres Buches "Der Tod wohnt nebenan". Ob nun Vampir Gregor bei der Suche nach einem neuen Opfer eine mörderische Entdeckung machte oder Taxifahrerin Rosi hinter das grausige Geheimnis ihres schwarz gekleideten Fahrgastes kam, Luci van Orgs skurrile Spukgeschichten leben nicht allein von Angst und Erschrecken. Sie strahlen auch Freude aus und Lust. Und doch ist ihr schwarzer Humor oft so hart an der Realität, dass es einem schon mal kalt den Rücken herunter läuft.

Leider konnte Luci van Org angesichts der niedrigen Temperaturen im Luftschutzbunker, der übrigens auch noch Abteilungen mit spektakulären Medizinszenen alter Zeiten, der Geschichte solcher Bunker sowie ein Figurenkabinett zu bieten hat, nur zwei Geschichten lesen. Man darf gespannt sein auf alle anderen und die dazu komponierten und interpretierten Songs.

Warum Luci van Org Spukgeschichten schreibt, hatte sie dem "vorwärts" bereits auf der Buchmesse in Frankfurt verraten. "Solche Geschichten fallen mir häufig morgens unter der Dusche ein", so Luci van Org. Und da sie sich als Kolumnen, die sie für die "Berliner Morgenpost" schreibt, nicht eignen, die "Thematik sie aber reizt", ist eben ein Buch daraus geworden.

Dagmar Günther

Das Buch mit CD

Luci van Org, Alex Hildebrand (Fotograf): Der Tod wohnt nebenan. Spukgeschichten und Songs aus der großen Stadt, Parthas verlag, Berlin 2006, 140 Seiten, 28 Euro, ISBN 3866015992

Das Gruselkabinett

Luftschutzbunker am Anhalter Bahnhof, Schöneberger Straße 23a, 10963 Berlin, tel. 030/26555546, www.gruselkabinett-berlin.de

Autor*in
Dagmar Günther

war bis Juni 2022 Chefin vom Dienst des vorwärts.

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