Trauer um Hessens Ex-Innenminister Horst Winterstein, Brückenbauer von Rot-Grün
Hessens früherer Innenminister Horst Winterstein ist tot. Der Sozialdemokrat starb in der Nacht zum Dienstag nach langer Krankheit im Alter von 71 Jahren.
Winterstein kam aus einer politischen Familie: Sein Vater Ladislaus war langjähriger Bürgermeister von Hattersheim, ebenso wie anschließend sein Bruder Norbert. Horst Winterstein hatte viele
führende Ämter in Partei, Regierung und Parlament: Als MdL war er 1980 bis 1984 Fraktionsvorsitzender der SPD im hessischen Landtag. In den schwierigen Jahren der Auseinandersetzungen um die
Startbahn West bereitete er 1984 eine "begrenzte Zusammenarbeit" und 1985 das erste rot-grüne Bündnis auf Landesebene mit den von Joschka Fischer geführten Landesgrünen vor. Von 1984 bis 1987 war
er hessischer Innenminister im Kabinett Börner. Von 1981 bis 1986 Mitglied des Landesvorstandes, sowie von 1980 bis 1985 und von 1988 bis 1992 stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Hessen-Süd.
Das Scheitern von Rot-Grün 1986 und der Wahlsieg Walter Wallmanns 1987 versetzten seiner Karriere einen Knick. Als Abgeordneter engagierte er sich für die Integration von Vertriebenen, als
Bosnien-Beauftragter der Landesregierung trat er für die Bosnier wie für alle ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ein. Mit seiner menschlichen Art habe er sich Freundschaft und Hochachtung
über Parteigrenzen hinaus erworben, erklärte die SPD-Landtagsfraktion.
Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt Rundschau vom 26. Juli, SPD-Fraktion im Hessischen Landtag vom 25. Juli 2006
war von 1994 bis 1998 Büroleiter und Persönlicher Referent des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rüdiger Fikentscher.