Inland

Sieg für Sellering: SPD gewinnt in Mecklenburg-Vorpommern

Die SPD bleibt stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. Parteichef Gabriel lobt Ministerpräsident Sellering als „Bollwerk gegen braune Parolen“.
von Yvonne Holl · 4. September 2016
Im Amt bestätigt: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).
Im Amt bestätigt: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD).

„Es war der schwerste und zugleich der schönste Wahlkampf, weil mir soviel Mut gemacht wurde“, sagt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr. Die Erleichterung ist ihm anzuhören. Die SPD hat mit voraussichtlich 30,2 Prozent der Stimmen gut abgeschnitten und bleibt stärkste Kraft. Jedoch: Die rechtpopulistische AfD erhielt mit 21,6 Prozent laut Hochrechnung mehr Stimmen als Sellerings derzeitiger Koalitionspartner CDU (19 Prozent).

Schwesig: Stabile Regierung, die auf Zusammenhalt setzt

Raus ist hingegen die NPD. „Es ist super, dass die NPD nicht mehr im Landtag vertreten ist“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. Und weiter: „Ich freue mich sehr, dass es der SPD gelungen ist, wieder stärkste Kraft zu werden und Erwin Sellering Ministerpräsident bleibt. Das war ein schwerer Wahlkampf, aber alle, die Genossinnen und Genossen vor Ort, haben super gekämpft. Es hat sich gelohnt.“ Sie versprach: „Wir wollen eine stabile Regierung bilden, die auf sozialen Zusammenhalt setzt.“ Dabei sei die SPD für verschiedene Bündnisse offen. Rechnerisch kämen eine Fortführung der bisherigen Koalition mit der CDU ebenso in Frage wie ein Rot-Rot-Grünes Bündnis. „Wir werden mit solidarischer Politik der AfD etwas entgegen setzen", kündigte sie an.

Gabriel über Sellering: „Ein Bollwerk gegen braune Parolen“

„Erwin Sellering hat seinen Kurs gehalten, obwohl ihn manche Kommentatoren schon abgeschrieben hatten“, lobte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel am Abend aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin. Auf diese Weise habe Sellering gezeigt, „wenn Sozialdemokraten 1. Gute Politik machen und 2. kämpfen“,  zahle sich das aus. Gabriel zählte noch einmal die Erfolge der SPD-geführten Regierung auf: „Arbeitslosigkeit halbiert, Kitas ausgebaut, mehr Arbeitsplätze geschaffen“. Auf diese Weise sei Sellering „das Bollwerk gegen solche braunen Parolen“, spielte Gabriel auf den hohen Stimmanteil der AfD an. „Natürlich kann man nicht zufrieden sein mit dem Erfolg der Partei, die die Enttäuschung und Unzufriedenheit von Menschen ausnutzt.“

Um dem etwas entgegenzusetzen müsse den Wählern wieder mehr Sicherheit geboten werden, innere ebenso wie soziale Sicherheit, so Gabriel, der sich für einen „Solidarpakt für alle“ aussprach.

Müller: Weiter klare Zeichen gegen Rechts setzen

Lob erhielt Erwin Sellering auch von einem, dem die Wahl noch bevor steht: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller sagte, die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern habe gezeigt, dass „es darauf ankommt, dass die Nr. 1 steht und klare Kante zeigt“. Eben auch gegen Rechtspopulisten wie die AfD. Auch in Berlin werde die SPD weiter ein klares Zeichen gegen Rechts setzen.  

Autor*in
Yvonne Holl

ist Redakteurin für Politik und Wirtschaft.

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