Inland

Regensburg gefällt der UNESCO

von Karsten Wiedemann · 14. Juli 2006
placeholder

Die 21 Mitglieder des UNESCO-Komitees votierten auf ihrer Jahrestagung in Vilnius einstimmig für Regensburg. Dass es so schnell ging, war in sofern beachtlich, als in den Tagen zuvor heftig über zwei andere deutsche Weltkulturerbestätten diskutiert wurde: den Kölner Dom und das Dresdner Elbtal. Der Kölner Dom wurde nach langem Hin und Hers von der Liste der bedrohten Stätten genommen, das Dresdner Elbtal vom strengen UNESCO-Komitee jedoch eben auf diese Liste gesetzt. Den Denkmalschützern missfällt der geplante Bau einer Autobrücke durch das Elbtal. Im schlimmsten Fall droht der Entzug des Weltkulturerbestatus.



Einzigartige Altstadt


Für Regensburg lief dagegen alles glatt. Die Stadt an der Donau verfügt über das besterhaltene mittelalterliche Bauensemble in Deutschland. Allein in der Altstadt stehen 1200 Einzeldenkmäler unter Schutz. Dazu gehören die rund 860 Jahre alte Steinerne Brücke, der Dom St. Peter (12. Jahrhundert) und das gotische Rathaus.

Die vielen einzigartigen Baudenkmäler in Regensburg überzeugten das UNESCO-Komitee: "Es sind eine bemerkenswerte Anzahl von geschichtlichen Strukturen aus zwei Jahrtausenden erhalten, darunter alte römische und gotische Bauwerke", heißt es in der Begründung. Regensburg ist damit die 32. deutsche Weltkulturerbestätte, weltweit gibt es 812 Stätten in 137 Staaten.

Lange Geschichte

Die Stadt Regensburg kann in der Tat auf eine lange Geschichte zurückblicken. Erste Spuren einer Besiedlung stammen schon aus Steinzeit. Die Römer errichteten hier das mächtige Legionslager "Castra Regina", einen von meterhohen Mauern umgebenen Steinbau. Später wurde "Reganespurc" Herzogsresidenz der Agilolfinger und erste bayerische Hauptstadt.

Bereits seit Ende der achtziger Jahre bemüht sich die Stadt an der Donau um einen Platz auf der beliebten UNESCO-Liste. 1998 setzte die deutsche Kulturministerkonferenz Regensburg auf die Anwärter-Liste. Vor zwei Jahren gab die Stadt dann eine über 1000 Seiten starke Bewerbung bei der UNESCO ab.

Der Leiter des bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege zeigte sich gestern hoch zufrieden: "In den sechziger Jahren wurde Regensburgs Altstadt für tot erklärt. Die Entscheidung der UNESCO ist die Krönung für 40 Jahre währende Bemühungen von Stadt und Staat."

Karsten Wiedemann

Quellen: Die Welt, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung (14.07.2006)

Link. www.unesco.de, www.regensburg.de

Autor*in
Karsten Wiedemann

Redakteur bei vorwaerts.de bis September 2009, jetzt Redakteur bei Neue Energie, dem Magazin des Bundesverbands für Windenergie

0 Kommentare
Noch keine Kommentare