Inland

Merkelaufschwung ohne Jobs

von Stefan Grönebaum · 1. März 2006
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Nach einem geringen, saisonbedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar 2006 erwartet die BA eine spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. BA-Chef Weise rechnet mit durchschnittlich 4,6 bis 4,8 statt bisher 4,8 Millionen geplanter Arbeitsloser. Im Februar stieg die Zahl der Erwerbsosen trotz kalter Witterung nur um rd. 36 000 auf 5,048 Millionen oder 12,2 Prozent (Vorjahrswert: 12,7 Prozent).

Die bereinigte Arbeitslosenzahl ging um 5 000 auf 4,695 Mllionen Arbeitslose zurück. Die Zahlen wären noch besser, wären nicht überdurchschnittlich viele Ältere gekündigt worden, um ihnen noch die längeren AL-II-Bezüge zu sichern. Groß ist nach wie vor das Ost-West-Gefälle: Während im Westen 3,370 Millionen (Vorjahr 3,486 Millionen) oder 10,2 (-0,4) Prozent arbeitslos waren, sind es im Osten 1,678 Millionen (1,802 Millionen) oder 19,5 Prozent (-1,3).

Angesichts steigender Angebote an offenen Stellen (um 4 000) und eines geringeren Abbaus der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse ( noch 26,27 Millionen, d.h. 110 000 weniger als im Vorjahr) blickt BA-Chef Weise positiv in die Zukunft. CDU-Generalsekretär Ronal Pofalla sieht "ein Zeichen der Hoffnung", der DGB konnte dagegen kein Zeichen der Besserung erkennen. Arbeitsminister Franz Müntefering verwies darauf, dass der bundesweite Anstieg deutlich geringer augefallen sei als in jedem anderen Februar. Müntefering forderte aber die Wirtschaft auf, sich mehr zu engagieren: "Es muss mehr Arbeit her in Deutschland".

Quellen: Der Tagesspiegel, Frankfurter Rundschau, Financial Times Deutschland vom 1. März 2006

Autor*in
Stefan Grönebaum

war von 1994 bis 1998 Büroleiter und Persönlicher Referent des SPD-Fraktionsvorsitzenden Rüdiger Fikentscher.

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