Inland

Institut fordert: Keine Experimente im Gesundheitswesen!

von Die Redaktion · 4. Mai 2006
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"Das GMG muss evaluiert werden, bevor man damit arbeitet", sagte Professor Fritz Beske, der Direktor des IGSF. Schließlich untersuche jedes seriöse Wirtschaftsunternehmen die Auswirkungen seiner Entscheidungen. Das Gesundheitsministerium beabsichtige derzeit aber keine Evaluation.

In Berlin stellte das IGSF seine Analyse des Modernisierungsgesetzes vor. Rund 3500 Interviews, Berichte, Kommentare und Stellungnahmen hatte das Institut darin seit 2003 zusammengetragen. Anhand seiner Auswertung, so Beske, "kann man nicht sagen, das Ziel sei erreicht, weil das nicht wissenschaftlich belegt werden kann".

Beske forderte, die Reform von unabhängigen Instituten prüfen zu lassen. Nur so könne man vermeiden, dass Mittel vergeudet würden. "Wir brauchen ein Radargerät, damit wir nicht aus dem Nebel direkt wieder in den Nebel fahren."

Vor allem im Bereich Bürokratieabbau sowie bei der Zufriedenheit der Beschäftigten sei die Situation im Gesundheitswesen durch das GMG nicht besser geworden, sagte Beske. Leonhard Hansen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein kritisierte, allein die Bearbeitung von Mahnungen wegen der Praxisgebühr binde in seinem Verband zwölf Mitarbeiter.

Der Kritik am GMG widersprach Hans-Jürgen Ahrens, der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes. Das Beske-Institut habe vor allem die Reaktionen ärztenaher Medien aufgenommen. Hier mangele es an unabhängigen Informationsquellen. Zudem gebe es deutliche Anhaltspunkte, "dass die integrierte Versorgung, wie sie das GMG auf den Weg gebracht hat, der richtige Weg ist.

Die gewünschte Wirkung, eine Stärkung der Hausärzte, sei sehr wohl erreicht worden, so Ahrens. Eine Evaluation sei zwar ein richtiger Vorschlag, dennoch sei es nicht richtig, "Dinge erst anzufassen, wenn sie bis zuletzt untersucht worden sind".

Manuel Preuten

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