Inland

Familiensplitting entlastet Familien im obersten Einkommensbereich

von Die Redaktion · 3. August 2006
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Die Autoren der Studie haben ein Familiensplitting nach französischem Vorbild

untersucht. Demnach gibt es für Familien mit einem oder zwei Kindern keine

finanzielle Verbesserung. Auch Familien mit mehreren Kindern im untersten und

mittleren Einkommensbereich würden nicht entlastet. Eine deutliche Entlastung

bringe das französische Modell erst den gutverdienenden Familien mit

mindestens drei Kindern.

Einkommensschwache gehen leer aus

Diese Variante sei nach DIW-Berechnungen mit 12,7 Milliarden Euro die

teuerste. Während davon die reichsten 30 Prozent der Familien 10 Milliarden

Euro bekommen, gingen die einkommensschwächsten 20 Prozent leer aus.

Auch eine Verbesserung der Arbeitsanreize für Mütter würde durch ein

Familiensplitting kaum gelingen. "Es besteht in diesem System - wie auch

beim derzeitigen Ehegattensplitting - kein steuerlicher Anreiz, Einkommen aus

Erwerbstätigkeit gleichmäßig unter den Ehepartnern aufzuteilen" so die

DIW-Autoren. Die gemeinsame Besteuerung bleibe bestehen und damit auch

die hohen Grenzsteuersätze des Zweitverdieners. Eine Verbesserung der

Arbeitsmarktsituation würde daher eher durch eine bessere Kinderbetreuung

und eine steuerliche Abzugsfähigkeit von Betreuungskosten erreicht.

Katharina Röschke

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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