Familiensplitting entlastet Familien im obersten Einkommensbereich
Die Autoren der Studie haben ein Familiensplitting nach französischem Vorbild
untersucht. Demnach gibt es für Familien mit einem oder zwei Kindern keine
finanzielle Verbesserung. Auch Familien mit mehreren Kindern im untersten und
mittleren Einkommensbereich würden nicht entlastet. Eine deutliche Entlastung
bringe das französische Modell erst den gutverdienenden Familien mit
mindestens drei Kindern.
Einkommensschwache gehen leer aus
Diese Variante sei nach DIW-Berechnungen mit 12,7 Milliarden Euro die
teuerste. Während davon die reichsten 30 Prozent der Familien 10 Milliarden
Euro bekommen, gingen die einkommensschwächsten 20 Prozent leer aus.
Auch eine Verbesserung der Arbeitsanreize für Mütter würde durch ein
Familiensplitting kaum gelingen. "Es besteht in diesem System - wie auch
beim derzeitigen Ehegattensplitting - kein steuerlicher Anreiz, Einkommen aus
Erwerbstätigkeit gleichmäßig unter den Ehepartnern aufzuteilen" so die
DIW-Autoren. Die gemeinsame Besteuerung bleibe bestehen und damit auch
die hohen Grenzsteuersätze des Zweitverdieners. Eine Verbesserung der
Arbeitsmarktsituation würde daher eher durch eine bessere Kinderbetreuung
und eine steuerliche Abzugsfähigkeit von Betreuungskosten erreicht.
Katharina Röschke
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung