Seit Montag ist der Kölner Dom nicht mehr auf der Roten Liste der Weltkulturerbe-Stätten der Unesco. Auf die Liste der Bedrohten geriet der Dom 2004, weil die Stadt Köln im Stadtteil Deutz
fünf Hochhäuser plante, die das Stadtbild gefährdet hätten. "Die neuen Entwürfe, die Köln vorgelegt hat, haben Zuversicht ausgelöst, die Meinungsverschiedenheiten zwischen Stadt und Unesco zu
lösen", so Dieter Offenhäußer, Sprecher der Deutschen Unesco-Kommission auf der Welterbe-Komitee-Tagung in Vilnuis.
Auf derselben Veranstaltung beschloss die Kommission aber, die seit zwei Jahren in die Welterbeliste aufgenommene Dresdner Elblandschaft auf die Rote Liste zu setzen. Die geplante, die
Tallandschaft durchschneidende Waldschlösschenbrücke würde die Uferwiesen und das Stadtbild zerstören. Ein Tunnel, auch wenn seine Einfahrten unschöne Löcher in die zu verbindenden Wohngebiete
reißen würden, würde die geschützte Flusslandschaft mit dem sanften Steilhang im Norden und den Uferwiesen im Süden nicht tangieren. Die Stadt entschied sich aber für die preiswerte Lösung einer
Stahlbrücke und sicherte sich beim Wählervolk ab, das nicht erkennen konnte, welche fatalen Folgen diese Entscheidung haben konnte.
Laut einer Studie der Universität Aachen würde die geplante Brücke den berühmten Elbbogen, auf dessem aussichtsreichen Hochufer sich im 19. Jahrhundert die deutsche Prominenz ansiedelte, an
der empflindlichsten Stelle zerschneiden.
Auf der Roten Liste der Unesco stehen, neben dem Dresdner Elbtal, geplünderte albanische Ruinenstädte und kongolesische Nationalparks, um die sich niemand kümmert.
Quelle; Wetdeutsche Allgemeine Zeitung, 11. Juli, Süddeutsche Zeitung, 12. Juli.
http://wcc.unesco.org/pg.cfm?cfm=31 (Liste der Weltkulturerbestätten)
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