Inland

Delmenhorst wehrt sich gegen Nazis

von Vera Rosigkeit · 9. August 2006
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Der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Hamburger Anwalt

Jürgen Rieger will in der Delmenhorster Innenstadt ein leer stehendes Hotel

kaufen. Dies soll zu einer Bildungs- und Tagungsstätte umfunktioniert werden

und könnte unter anderem als Veranstaltungsort der NPD dienen.

Ulrich Kelm, DGB-Kreisvorsitzender, sagte auf der Kundgebung: "Wir wollen die

Stadt im Grünen bleiben und nicht braun werden." Sollte der Kauf des Hotels an

Rieger zustande kommen, sei das so, als würde man über der Stadt "Pech und

Schwefel ausgießen."

Solidarität über die Parteigrenzen hinaus

Bürgermeister Carsten Schettmann (CDU) begrüßte den parteiübergreifenden

Zusammenschluss: "Wir haben gestern eine großartige Welle der Solidarität

über alle Parteien hinweg erlebt", so Schettman gegenüber dem NDR.

Delmenhorst arbeite "mit aller Kraft an einer Lösung", um den Verkauf des

Hotels "mit den rechtsstaatlich zu Gebot stehenden Mitteln" zu verhindern.

Auf ein eingerichtetes Spendenkonto sind nach bisherigen Angaben 475160

Euro eingegangen. Mit dem Geld soll es der Stadt ermöglicht werden im Notfall

das Hotel zu kaufen. Der ansässige Hotelier, Günther Mergel, will das Hotel für

3,4 Millionen Euro verkaufen.

Jürgen Rieger ist Direktor der Wilhelm-Tietjen-Stiftung, die bereits 2004 im

niedersächsischen Dörverden einen alten Hof erworben hatte, um diesen zu

einem so genannten "Fruchtbarkeitszentrum" umzubauen. Eine Bürgerinitiative

konnte dies verhindern.

Quelle: ndr.de; Spiegel.de

Mehr Informationen: www.fuer-delmenhorst.de

Sebastian Henneke

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Vera Rosigkeit

hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.

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