Der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Hamburger Anwalt
Jürgen Rieger will in der Delmenhorster Innenstadt ein leer stehendes Hotel
kaufen. Dies soll zu einer Bildungs- und Tagungsstätte umfunktioniert werden
und könnte unter anderem als Veranstaltungsort der NPD dienen.
Ulrich Kelm, DGB-Kreisvorsitzender, sagte auf der Kundgebung: "Wir wollen die
Stadt im Grünen bleiben und nicht braun werden." Sollte der Kauf des Hotels an
Rieger zustande kommen, sei das so, als würde man über der Stadt "Pech und
Schwefel ausgießen."
Solidarität über die Parteigrenzen hinaus
Bürgermeister Carsten Schettmann (CDU) begrüßte den parteiübergreifenden
Zusammenschluss: "Wir haben gestern eine großartige Welle der Solidarität
über alle Parteien hinweg erlebt", so Schettman gegenüber dem NDR.
Delmenhorst arbeite "mit aller Kraft an einer Lösung", um den Verkauf des
Hotels "mit den rechtsstaatlich zu Gebot stehenden Mitteln" zu verhindern.
Auf ein eingerichtetes Spendenkonto sind nach bisherigen Angaben 475160
Euro eingegangen. Mit dem Geld soll es der Stadt ermöglicht werden im Notfall
das Hotel zu kaufen. Der ansässige Hotelier, Günther Mergel, will das Hotel für
3,4 Millionen Euro verkaufen.
Jürgen Rieger ist Direktor der Wilhelm-Tietjen-Stiftung, die bereits 2004 im
niedersächsischen Dörverden einen alten Hof erworben hatte, um diesen zu
einem so genannten "Fruchtbarkeitszentrum" umzubauen. Eine Bürgerinitiative
konnte dies verhindern.
Quelle: ndr.de; Spiegel.de
Mehr Informationen:
www.fuer-delmenhorst.de
Sebastian Henneke
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.