Inland

2006: Weniger Ausbildungsplätze und mehr Bewerber

von Vera Rosigkeit · 9. August 2006
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Die Lücke zwischen betrieblichen Lehrstellen und Bewerbern ist 2006 so groß wie seit fünf Jahren nicht mehr. Für 678.000 Jugendliche, die eine Lehrstelle suchten, stehen zur Zeit nur 388.000 betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung, erklärte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Grund seien ein sinkendes Lehrstellenangebot und mehr Schulabgänger als vor einem Jahr. Angesichts dieser Zahlen nannte Werneke den zwischen Regierung und Wirtschaft geschlossenen Ausbildungspakt als gescheitert.



Jusos fordern Zwangsabgabe


Angesichts der alarmierenden Situation auf dem Lehrstellenmarkt hatte der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning bereits im Juni in einem Interview mit vorwaerts-online eine Zwangsabgabe für ausbildungsunwillige Unternehmen gefordert. "Offensichtlich", so Böhning,"bewegen sich die Unternehmen nur, wenn wir gesetzlichen Druck auf sie ausüben." Deshalb sei es gerecht, wenn Unternehmen, die ausbilden, Geld von Unternehmen erhalten, die die Ausbildung verweigern.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos und dem Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dieter Hundt, warf Böhning vor, Zukunftschancen zu vernichten. Die Verantwortungslosigkeit der Wirtschaft bezeichnete er als Skandal und forderte alle Ausbildungspaktpartner auf, die Ausbildungskrise endlich nachhaltig zu bekämpfen.

Quellen; AP; www.jusos.de; Interview mit Björn Böhning: Ausbildungspakt ist gescheitert

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Vera Rosigkeit

hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.

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