Diskussionsfreude schadet nicht
Der ehemalige Sozialexperte der SPD, Rudolf Dreßler, sieht seine Partei in ihrer Neuausrichtung auf einem gutem Weg. In einem Interview mit sueddeutsche.de begrüßte er die Auswahl der neuen Führungsspitze, weil bei der Vergabe von Positionen alle Flügel berücksichtigt sein. Es habe der SPD im Laufe "der Geschichte nicht geschadet, diskussionsfreudig zu sein". Das sei kein Makel, so Dreßler: "Das Ringen um Positionen gehört zu den normalen Auseinandersetzungen in einer Demokratie", ist er überzeugt.
Gabriel ist fleißig
Der künftige Parteivorsitzende Sigmar Gabriel erhielt viel Lob. Erstens, weil er fleißig sei, zweitens "ist er rhetorisch das Beste, was die SPD zur Zeit zu bieten hat. Das spielt in der Opposition keine geringe Rolle und darf man gerade in einer Mediengesellschaft nicht unterschätzen. Und drittens verfügt er als 50-Jähriger über viel Erfahrung."
Identität der Partei liegt in der Sozialpolitik
Die SPD müsse nun zu ihrer Identität zurückfinden, erklärte Dreßler. Diese habe sie immer aus der Gesellschafts- und Sozialpolitik geschöpft. Den Grund, warum noch am Wahlabend einige hundert Menschen der SPD beigetreten seien, vermutet Dreßler in dem Wunsch , der Partei helfen zu wollen, "ihre Identität wiederzufinden und ihren Kurs neu zu bestimmen." Dreßler ist überzeugt: "Wer nicht möchte, dass diese große demokratische Volkspartei eliminiert wird, muss gerade jetzt mitarbeiten."
Quelle: sueddeutsche.de
hat Politikwissenschaft und Philosophie in Berlin studiert und ist Redakteurin beim vorwärts.